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Hartz IV mit Whisky aufgestockt

Prozess vor Amtsgericht Hartz IV mit Whisky aufgestockt

Wegen gewerbsmäßigen Computerbetrugs in vier Fällen hat eine Jugendrichterin am Dienstag im Kieler Amtsgericht eine 20-jährige Kielerin verwarnt. Als erzieherische Maßnahme muss die zur Tatzeit 19-jährige Heranwachsende jetzt 40 Stunden gemeinnützige Arbeit in einer Kindertagesstätte ableisten.

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Wegen gewerbsmäßigen Computerbetrugs in vier Fällen hat eine Jugendrichterin am Dienstag im Kieler Amtsgericht eine 20-jährige Kielerin verwarnt.

Quelle: Arne Dedert/ dpa (Archiv)

Kiel. Über das Internet hatte die Hartz IV-Empfängerin vor zwei Jahren immer wieder unter falschen Namen wie Tanja, Heidi oder Jessy W. hochwertigen Whisky bestellt. Verkaufswert: über 800 Euro. Auch wenn sie im Auftrag ihres bereits zu einer Geldstrafe verurteilten Lebensgefährten handelte, habe sie doch vom Weiterverkauf der bis heute nicht bezahlten Spirituosen mitprofitiert, sagte die Jugendrichterin.

Im ersten Prozessanlauf war das Verfahren gegen die Angeklagte, die inzwischen Mutter eines zweijährigen Kindes ist, noch eingestellt worden. Als Auflage sollte sie damals schon 40 Stunden Arbeit in zwei Monaten leisten. Doch in der dafür vorgesehenen Mettenhofer Einrichtung ließ sie sich in einem halben Jahr gerade mal elfeinhalb Stunden blicken. Warum?

„Kinderarzttermin“, erklärt die geständige und reumütige Angeklagte. Ob sie sich denn beim Arbeitgeber telefonisch abgemeldet habe, fragt die Vorsitzende. „Ging keiner ran.“ Und später? „War selber krank, hatte Fieber.“ Ob sie ein ärztliches Attest vorgelegt habe? „Nein.“ Der Richterin war das „genug ’rumgehühnert“, sie zeigte der jungen Frau „die gelbe Karte“. Freundlich, aber bestimmt kündigt sie die Möglichkeit eines Beugearrests bis zu vier Wochen an, wenn die Angeklagte die Sache weiterhin so schleifen lasse. Und ab dem 21. Geburtstag im kommenden Juli sei es mit erzieherischen Maßnahmen ein für alle Mal vorbei.

„Dann geht es um Bestrafung“, stellt die Vorsitzende klar. Auf jede gewerbsmäßige erschlichene Whiskylieferung stehe nach dem Erwachsenenstrafrecht sechs Monate Mindeststrafe. Die Angeklagte nahm das Urteil nach kurzer Rücksprache mit ihrem Verteidiger an, es ist rechtskräftig.

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