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Wagemutige springen in die Förde

Anbaden in Kiel-Holtenau Wagemutige springen in die Förde

Die Seebadeanstalt Holtenau bleibt auch im Winter ein Magnet – zumindest am Neujahrstag. Gut 300 Schaulustige drängten sich am Freitagvormittag auf den Stegen des restaurierten Fördebades, um Wagemutigen den Schritt oder Sprung in die sechs Grad kalte Kieler Förde zu erleichtern.

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Die Hartgesottenen: Am Neujahrstag trauten sich rund 50 Schwimmer vom Seebad Holtenau aus in die Kieler Förde.

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. Beim mittlerweile dritten Neujahrsbaden des Freundeskreises Seebadeanstalt Holtenau trauten sich immerhin 50 Erwachsene, Jugendliche und einige Kinder zum Kaltstart ins neue Jahr. Für alle gab’s viel Beifall.

Als Jens Koch zur Silvesterfeier seines Freundes Ulrich Borst von Dortmund nach Kiel kam, ahnte er nicht einmal, dass er am Neujahrsmorgen in die bitterkalte Kieler Förde steigen würde. „Ich habe davon in den Kieler Nachrichten gelesen und Jens gefragt, ob er mitmacht“, erzählt Jens Koch. Weil die Dortmunder „allgemein eine große Klappe haben“, sagte dieser spontan zu. „Jetzt weiß ich, wie sich Spinat beim Schockfrosten anfühlt“, scherzt Jens Koch nach dem Bad. Zwar habe er Probleme beim Atmen bekommen, letztlich aber doch alles gut überstanden.

Das sind die Fotos vom Anbaden im Seebad Holtenau.

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Zusammen Silvester gefeiert haben auch Andrea Heller und Pascal Guillermin in Kiel. „Ich habe ihr versprochen, dass ich diesmal dabei bin“, sagt der Kieler. Seine Freundin hatte schon im Vorjahr ihr Neujahrsbadedebüt gegeben. Gemeinsam schritt das Paar dann auch in die Fluten. „Es ist schon kalt. Aber hinterher prickelt das Wasser wie Champagner auf der Haut“, erzählt Andrea Heller. Bei einem heißen Punsch wärmten sie schnell wieder auf.

"Guten Vorsatz erfüllt"

„Alte Hasen“ sind Hans Vogt und seine 13-jährige Tochter Kaya. Beide machen in Holtenau seit Beginn der nassen Veranstaltung mit. „Vorher ist es etwas schlimm, danach aber schön und es macht einfach Spaß“, sagt der 49-Jährige. Beide zögern nicht lange: Während Kaya mit nach vorne angezogenen Beinen („Arschbombe“) ins Wasser springt, hechtet ihr Vater mit einem Kopfsprung hinein. Andere sind zögerlicher. Doch mit den Anfeuerungsrufen der vielen, meist warm gekleideten Zuschauer überwinden letztlich alle die Scheu vorm kalten Nass. So auch Andreas Otto. „Ich habe wunderschön ins neue Jahr gefeiert und anschließend gleich einen guten Vorsatz erfüllt“, sagt der RSH-Reporter hinterher mit leicht blauen Lippen.

Andreas Otto und die anderen Wagemutigen konnten sich nach dem Bad bei Punsch und Schmalzstullen erwärmen, die Mitglieder des Freundeskreises Seebadeanstalt Holtenau geschmiert hatten. Der Freundeskreis und die Stiftung Lighthouse Foundation als Eigentümerin, die das Traditionsbad (1907 erstmals eröffnet) saniert und 2012 wieder eröffnet hat, haben das Bad zu neuem Leben erweckt. Das Neujahrsbaden ist einer der Höhepunkte in der Wintersaison. Gebadet werden kann aber auch den ganzen Winter über.

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