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Justizangestellte hat 48000 Euro erschwindelt

Kiel Justizangestellte hat 48000 Euro erschwindelt

Sie erfand Vorgänge und Aktenzeichen und nutzte das Vertrauen von Kolleginnen. So verschaffte sich eine Angestellte am Kieler Amtsgericht nach ihrem Geständnis rund 48 000 Euro. Jetzt soll die Frau aus der Nähe von Güstrow eine Bewährungsstrafe erhalten.

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Eine ehemalige Justizangestellte am Kieler Amtsgericht hat zugegeben, fast 48 000 Euro erschwindelt zu haben.

Quelle: Peter Steffen/dpa

Kiel. Eine damalige Justizangestellte am Kieler Amtsgericht hat sich fast 48 000 Euro erschlichen. Sie habe damit Schulden decken wollen, gestand die Frau am Mittwoch vor dem Kieler Landgericht. Rund 11 500 Euro ließ sich die 42-Jährige laut Anklage auf das eigene Konto überweisen. Der Rest ging auf die Konten einer langjährigen Freundin und zweier Internetfernbeziehungen, sagte der Staatsanwalt. Er legte der Angeklagten 43 Fälle in den Jahren 2009 bis 2012 zur Last.

Die bei Güstrow geborene 42-Jährige arbeitete seit 2003 am Amtsgericht. In der Jugendstrafabteilung war sie dabei auch für Zahlungsanweisungen an Zeugen, Verteidiger, Gutachter und Dolmetscher zuständig. Für ihren Betrug nutzte sie nach eigenen Angaben offenbar auch das Vertrauensverhältnis zu Kolleginnen aus. Diese sollen auf Einsicht und eine genaue Prüfung der Akten verzichtet haben und sehen sich nun selbst Disziplinarverfahren gegenüber. Nach Angaben der Angeklagten habe aber keine Kollegin an ihren Betrügereien mitgewirkt.

Mit den erfundenen Vorgängen veranlasste die Angeklagte Überweisungen zwischen einigen hundert bis rund 3 500 Euro. Die Serie begann, kurz nachdem sie selbst in einem Verfahren Zeugin war und sich ein überhöhtes Zeugengeld auszahlen ließ, schilderte die Frau. „Weil's beim ersten Mal geklappt hat, hab ich es einfach weiter versucht“, sagte sie.

Die Angeklagte ist inzwischen wieder in einem Rostocker Betrieb fest angestellt. Mit dem Amtsgericht Kiel schloss sie eine Rückzahlungsvereinbarung, die sie auch erfülle, sagte sie. Derzeit zahle sie 100 Euro monatlich, ab Jahresende sollen es 300 Euro monatlich sein. Ein Pfändungsbeschluss sei dafür zurückgenommen worden. Nachdem sie 2012 aufgeflogen sei, habe sie eine Auszeit genommen, „das Ganze aufgearbeitet“, und sich eine neue berufliche Grundlage geschaffen.

Dem Geständnis ging eine Verständigung zwischen Gericht, Staatsanwalt und Verteidigern voraus. Dabei wurde der 42-Jährigen, die vor ihrem Umzug nach Kiel auch als Notariatsangestellte in Güstrow arbeitete, eine Bewährungsstrafe von maximal zwei Jahren zugesichert. Wegen der langen Verfahrensdauer werden möglicherweise drei Monate als verbüßt anerkannt, sagte der Vorsitzende. Das Verfahren wird am 8. Juli fortgesetzt. Dann könnte sogar schon das Urteil gesprochen werden.

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