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Eine Frau hat Kiels Steuern im Griff

Finanzamt Eine Frau hat Kiels Steuern im Griff

Finanzministerin Monika Heinold führte die leitende Regierungsdirektorin Anke Siegmon vor großer Zuhörerschaft in ihr verantwortungsvolles Amt ein. Die 55-jährige „Kieler Sprotte“ und Juristin ist nach dem Festakt Vorsteherin des neu geschaffenen Finanzamtes Kiel in der Feldstraße, dem nun größten in Schleswig-Holstein.

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Regierungsdirektorin Anke Siegmon (links), Vorsteherin des neuen Finanzamtes Kiel, begrüßte Finanzministerin Monika Heinold im Park vor der Gelehrtenschule.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Es wird oft beklagt, dass nur wenige Frauen in Führungspositionen landen. Die Amtseinführung, die am Freitag in der Aula der Kieler Gelehrtenschule über die Bühne ging, war ein Gegenbeispiel: Nach zwei Klavierstücken von Franz Liszt, vorgespielt von dem 16-jährigen Schüler Konrad Schilling, ging es um Siegmon.

Zuvor war am Mittwoch Henning Schreiner als Vorsteher des Finanzamtes Kiel-Süd in den Ruhestand verabschiedet worden. Noch mit ihm zusammen hatte Anke Siegmon als Projektleiterin die Auflösung der Finanzämter Kiel-Nord und Kiel-Süd ebenso wie die Konzeptionierung des neuen Finanzamts organisiert. „Die Herausforderung war enorm: Sie haben sie gemeistert!“, lobte die Ministerin.

Die sympathische Juristin holte sich für ihre eigene Ansprache erst einmal einen Tritt ans Rednerpult und verkündete erleichtert: „Nun ist es vollbracht. Das große Schiff ist heute vom Stapel gelaufen.“ Zu Beginn des Projektes im Oktober 2013 – Sturmtief „Christian“ fegte mit 160 Stundenkilometern um das Hochhaus in der Feldstraße – habe sie schon gewisse Ahnungen gehabt, aber „dass es dann so stürmisch würde, hätte ich nicht gedacht“, gibt sie zu.

Doch nun sind alle Untiefen ausgelotet, und Anke Siegmon kann sich neben weiter viel Organisatorischem auch Inhalten wie „mehr Steuergerechtigkeit“ widmen. „Ich wünsche mir ehrliche Steuerzahler“, verrät sie nach dem offiziellen Teil. Menschen müssten die Einsicht bekommen, dass Steuern nötig seien, um den Staat am Laufen zu halten.

Anke Siegmon, in Kiel geboren, wuchs in Stockelsdorf auf und kehrte zum Studium nach Kiel zurück. Sie absolvierte ihre juristische Einweisungszeit in Eckernförde und zählt das Finanzamt Schleswig, die Oberfinanzdirektion, das Finanzministerium ebenso wie ihre Tätigkeit als Vorsteherin der Finanzämter Eckerförde-Schleswig und Kiel-Nord und nicht zuletzt auch ihre Rolle in der Familie als Stationen ihrer Vita auf. Für ihre neue Aufgabe bringt sie Erfahrung und Hintergrundwissen mit. Doch das allein ist es nicht. „Man sagt Ihnen nach, dass das Gespräch Ihr zentrales Führungsinstrument sei“, hatten die Gäste und Gratulanten bereits aus dem Munde der Ministerin erfahren.

Gespräche will Anke Siegmon auch in Zukunft suchen mit den etwa 450 Bediensteten des Finanzamtes Kiel, in dem die Besteuerung für Kiel sowie angrenzende Gebiete des Kreises Rendsburg-Eckernförde zusammenfließen – eine der letzten Maßnahmen aus dem Projekt „Zukunft Steuerverwaltung 2020“. Für die Bürger sollen dadurch nur Vorteile erwachsen. So wechselt nicht mehr die Zuständigkeit etwa bei Umzügen im Kieler Stadtgebiet. Das Finanzamt Kiel ist darüber hinaus Anlaufstelle für die Körperschaftssteuer in Kiel, Rendsburg, Teilen Plöns und Neumünsters sowie für die Erbschafts- und Schenkungssteuer. Einige Dienststellen müssen mit dem Umzug in die Feldstraße neben das Hochhaus aber noch warten, bis die Sanierungsarbeiten an den historischen Gebäuden der Marine – eine der „Überraschungen“ im Ablauf – endlich abgeschlossen sind. „Gebäude B ist im November fertig, Gebäude C wohl erst 2019“, seufzt Anke Siegmon.

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Ein Artikel von
Susanne Blechschmidt
Lokalredaktion Kiel/SH

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