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Kernaufgabe ohne Mülleimer

Reventloubrücke Kernaufgabe ohne Mülleimer

Fünf Millionen Euro ließ sich die Stadt Kiel den Neubau der Reventloubrücke kosten. Doch Mülleimer und Fahrradständer sucht man dort vergeblich. Nach Auskunft der Stadt werden dort auch nachträglich keine Abfallbehälter angebracht.

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Auf der neuen Reventloubrücke gibt es nur wenig Sitzgelegenheiten, keine Papierkörbe und keine Fahrradständer.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Der Kampf gegen die Vermüllung der Meere ist eines der Leitthemen der Umweltverbände und der Vereinten Nationen. Auch in der Kieler Förde soll dem Plastikmüll der Kampf angesagt werden. Aus diesem Grund gibt es zum Beispiel in dem Marineanlagen, auf den Schleusen und in den Einrichtungen des Seehafens große Abfallbehälter. Dort, wo die Stadt Kiel selbst zuständig ist, werden die Mülleimer in Wassernähe aber immer seltener. An der Kiellinie, der Hörn und am Schifffahrtsmuseum muss man genau hinsehen, um einen zu finden. Jüngstes Beispiel ist die neue Reventloubrücke: Fünf Millionen Euro ließ sich die Stadt den Neubau kosten. Es ist die modernste Abfertigungsanlage für Hafenfähren in Kiel. Mülleimer und auch Fahrradständer sucht man dort aber vergeblich.

 Müllbehälter sind nicht vorgesehen, heißt es auf Anfrage bei der Stadt. Zudem vertritt der städtische Eigenbetrieb Beteiligungen, der für die Anleger auf Kieler Gebiet zuständig ist, die Auffassung, dass im öffentlichen Raum entlang der Förde ausreichend Abfallbehälter aufgestellt sind. Grundsätzlich gebe es an Bord der Fördeschiffe welche, heißt es weiter. An Bord der Schiffe der SFK ist in der Tat auf jedem Deck einer aufgestellt. „Das ist für uns selbstverständlich und auch vorgeschrieben“, sagt Ansgar Stalder von der Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel. Das international gültige Regelwerk nach „Marpol V“ regelt die Abfallsicherung an Bord eines Seeschiffes. Das Regelwerk wird in Kiel von der Wasserschutzpolizei regelmäßig überprüft.

 Die neue Reventlou-Brücke ist zwar ein schwimmendes Bauwerk, es gehört aber der Stadt und unterliegt damit nicht den „Marpol“-Vorgaben zum Schutz der Meere. Bereits mehrfach haben Leser in den vergangenen Tagen den Zustand an der Kiellinie beklagt. Große Mengen Müll wehen dort besonders morgens an der Kaikante entlang. Plastik schwimmt im Hafen und zeugt von nächtlichen Feiern und Aktivitäten an Kiels Vorzeigemeile. Wie groß der Mülltonnenbedarf ist, zeigt sich jedes Jahr zur Kieler Woche. Während des Festes werden zusätzliche Abfalleimer dort aufgestellt. Dennoch holen Mitarbeiter des Abfallwirtschaftsbetriebs Kiel (ABK) jede Kieler Woche bis zu fünf Kubikmeter Müll aus der Förde.

 Im Rathaus wurde der zunehmende umherfliegende Abfall bereits bemerkt. Die nur vereinzelt und auch sehr am Rand stehenden Müllbehälter sind inzwischen zu klein und kaum sichtbar. Deshalb gibt es Überlegungen, dort neue Behälter zu installieren mit einem Fassungsvermögen von 70 Litern. Das Aussehen steht noch nicht fest. Die Anleger der Fördeschiffe werden aber auch weiterhin nicht damit ausgestattet, heißt es. Der Eigenbetrieb Beteiligungen als ÖPNV-Aufgabenträger für die Anleger hat sowohl auf der neuen Reventloubrücke, als auch auf allen anderen Anlegern keine Mülleimer installiert. Ganz anders das Umland. In Laboe und auch Möltenort gibt es an den Anlegern ausreichende Behälter. In Laboe steht einer sogar direkt an der Brücke im Wartebereich.

 Gegen den Müll im Meer kämpfen am heutigen Sonnabend heute entlang der Förde freiwillige Helfer. Im Rahmen des Coastal Clean Up Days sammeln Schüler Strände und Uferränder ab. Seit 2013 beteiligen sich Schulklassen auch in Kiel an dieser Aktion. Im vergangenen Jahr beteiligten sich fast 500 Schüler.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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