3 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Einbruch ins Gotteshaus bleibt mysteriös

Ansgarkirche Einbruch ins Gotteshaus bleibt mysteriös

Spätes Informieren der Polizei Kiel: Das Verhalten eines angeblichen Paares ziviler Ermittler der Kriminalpolizei sorgt im mysteriösen Einbruchsfall Ansgarkirche für zusätzliche Verwirrung. Zumindest ein Geheimnis um den mysteriösen Einbruch in die Ansgarkirche in der Nacht zum Dienstag ist jetzt gelüftet.

Voriger Artikel
Leergutannahme zieht in Anbau
Nächster Artikel
Kommt das Seniorenticket im Januar?

Welche Rolle spielte das Büchertausch-Regal im Vorraum der Ansgar-Kirche an der Holtenauer Straße?

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Bei dem mit Pistolen bewaffneten Paar, das am Donnerstag vergangener Woche in der Kirche ein paar Tage vor dem Einbruch zwei Stunden lang Fotos und Aufzeichnungen im Kircheninneren machte, handelt es sich wirklich um Zivilermittler der Kieler Kriminalpolizei.

 Auf Nachfrage hatte Polizeisprecher Matthias Arends am Dienstag noch erklärt, er wisse von keiner Dienststelle mit einem entsprechenden Ermittlereinsatz in der Kirche: „Jetzt hat sich aber doch ein Kommissariat gemeldet, das Beamte in Zivil am Donnerstag in der Ansgarkirche eingesetzt hat.“

Überwachung flog auf

 Weil diese Überwachung des Gotteshauses nun öffentlich aufgeflogen sei, könne sie in dieser Form auch nicht weiter fortgesetzt werden. Welchen kriminellen Hintergrund die Kirchen-Observation hatte, wollte Arends aus ermittlungstaktischen Gründen aber nicht sagen. Die Irritation der Gemeindepastoren, die bereits einen Zusammenhang zwischen dem Diebstahl zahlreicher Sakralgegenstände aus Silber und dem mysteriös erscheinenden Ermittlerpaar zu erkennen glaubten, konnte der Polizeisprecher nicht nachvollziehen. „Denn der Besuch war zuvor bei vier Gemeindevertretern angemeldet worden.“

 Genau das bestreitet Gemeindepastor Matthias Viertel vehement: „Das ist Unsinn, eine Anmeldung gab es nicht. Erst auf unsere direkte Nachfrage in der Kirche hin haben sich der Mann und seine Begleiterin als Zivilermittler vorgestellt. Das hat uns schon irritiert.“

Gab es einen stillen Briefkasten?

 Auch die dabei gemachten Angaben der Beamten, sie recherchierten in der Kirche zu Drogendelikten und einem „stillen Briefkasten“ in Form eines offenen Bücherschrankes im Kirchenvorraum, stimmen nach Angaben des Pastors offenbar ebenso wenig. „So lauten jedenfalls meine Informationen dazu.“

 „Falls unsere Kirche in Zusammenhang mit Drogendelikten stehen sollte, muss ich davon Kenntnis haben, um die Gemeinde zu schützen.“ Was außer Drogenkriminalität sonst noch Anlass für die Kirchenobservation der Kripo gewesen sein könnte, vermag Matthias Viertel auch nicht zu sagen. Dessen ungeachtet müssten nun Vorkehrungen getroffen werden, um sowohl die Ansgar- als auch die Pauluskirche der Heiligengeist-Gemeinde stärker zu sichern.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

Mehr zum Artikel
Holtenauer Straße
Foto: Fassungslos steht Pastor Matthias Viertel am Taufbecken der Ansgarkirche, dessen Silberschale ebenfalls Beute der dreisten Diebe wurde.

Entsetzen in der Heiligengeist-Gemeinde: Dreiste Diebe brachen in der Nacht zum Dienstag durch ein Seitenfenster in die Ansgarkirche in Kiel ein, hebelten dann mit massiver Gewalt ein Panzerglasfenster in einer Kirchenwandnische auf und stahlen historische Kelche, Taufgeschirr und Teller.

  • Kommentare
Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3