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Die Katastrophe droht jeden Tag

Anti-Atomkraft-Demo in der Innenstadt Die Katastrophe droht jeden Tag

Den sofortigen Stopp aller Atomkraftwerke und Atomanlagen forderten am Sonnabendmittag ungefähr 500 Atomkraftgegner bei einer Demonstration in der Kieler Innenstadt. Sie gedachten auch der Opfer der Nuklearkatastrophen von Tschernobyl vor 30 und von Fukushima vor fünf Jahren.

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Rund 500 Anti-Atomkraft-Anhänger demonstrierten in der Kieler Innenstadt.

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. Zu der Demonstration hatten mehrere Gruppen von Atomkraftgegnern aufgerufen.

„Alle Reaktoren müssen sofort abgeschaltet werden, man darf nicht bis 2022 warten“, sagte Gottfried Müller von der Bürgerinitiative Kiel gegen Atomkraft auf der zentralen Kundgebung auf dem Asmus-Bremer-Platz. Er wies darauf hin, dass nach dem japanischen Super-GAU in Deutschland nur acht von 17 Reaktoren abgeschaltet worden seien. Die restlichen Atomkraftwerke dürften zum Teil noch bis zum Jahr 2022 weiterlaufen. Diese erzeugten große Mengen hochradioaktiven Atommülls, bei dem bis heute weltweit niemand wisse, wo er sicher gelagert werden kann. „Die Gefahr einer neuen Katastrophe besteht jeden Tag auch in Deutschland“, sagte Müller weiter. Problematisch sei zudem, dass der so genannte Atomausstieg nicht für die Uran-Anreicherungsanl­age in Gronau und die Brennelementefabrik in Lingen gelte. Beide besäßen eine unbefristete Betriebserlaubnis und könnten auch nach 2022 weiter Brennelemente für Atomkraftwerke herstellen beziehungsweise Uran 235 anreichern.

In der Kieler Innenstadt haben rund 500 Menschen für den Atomkraftausstieg demonstriert.

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Falsch sei es daher zu denken, das Thema Atomkraft habe sich mit dem beschlossenen Ausstieg erledigt, und man müsse nicht mehr protestieren. Von daher sei es positiv, dass am Sonnabend in Kiel wieder viele Menschen auf die Straße gegangen seien.  Mit Blick auf die aktuelle Situation in Deutschland bezeichnete Fritz Storim von der Messstelle für Arbeits- und Umweltschutz e.V. das Gerede vom Ausstieg und von Energiewende als dreiste Lüge und Irreführung, als Zynismus und Menschenverachtung. Deutsche Unternehmen mischten weiter ungehindert am internationalen Atomgeschäft mit. So würden im Hamburger Hafen ungefähr dreimal in der Woche Atomtransporte abgewickelt. „Unser Kampf ist noch lange nicht zu Ende“, sagte Storim. Man müsse sich nach wie vor für die sofortige, bedingungslose und endgültige Stilllegung aller Atomanlagen und Atomwaffen sowie der dazugehörenden Infrastrukturen einsetzen. Dazu gab’s Beifall der Demonstrationsteilnehmer.

Diese Gruppe haben die Demonstration unterstützt: BUND Schleswig-Holstein, Bundesverband WindEnergie, Fukushima Mahnwache Schönberg, Friedenswerkstatt, DFG-VK Kiel, BI Kiel gegen Atomanlagen, IPPNW, ATTAC, Netzwerk Energiewende Lübeck gegen Atomkraft, für Klimaschutz, MontagsdemonstrantIn­nen Lübeck, .ausgestrahlt e.V., MAUS (Messstelle für Arbeits- und Umweltschutz e.V.), SAND (Systemoppositionelle Atomkraft Nein Danke-Gruppe), COMM e.V..

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