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Ab 65 Rabatt auf den Bus-Fahrschein

Antrag zu Seniorenticket Ab 65 Rabatt auf den Bus-Fahrschein

Busfahren, aber günstig: In vielen Bundesländern gehören Rabatte auf Tickets für Senioren zum Alltag. Jetzt soll Kiel notfalls mit einem Alleingang nach vorn preschen, verlangt das rot-grün-blaue Mehrheitsbündnis in einem Antrag an die kommende Ratsversammlung. Damit machen die Kommunalpolitiker bewusst Druck.

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Kommt das Seniorenticket? Ein Rentner steigt am Kieler Hauptbahnhof in einen Linienbus der KVG.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Nicht so in Schleswig-Holstein: Seit Jahren fordern Seniorenbeiräte und das Altenparlament landesweit die Einführung des Seniorentickets, um die Mobilität der wachsenden Anzahl älterer Menschen mit geringem Einkommen zu unterstützen – vergeblich.

Seit mehr als zwei Jahren sei das Thema in der Diskussion, habe Kiel immer wieder auf eine landesweite Lösung im Rahmen des Schleswig-Holstein-Tarifs gedrängt, erläuterte der grüne Fraktionsvize Lutz Oschmann: „Aber nichts ist passiert.“ Konkret heißt das, die dafür notwendige Kundenerhebung über das Nutzerverhalten, wer und wann Bus fährt, ist bisher nicht erfolgt. Sollten die Verkehrsbetriebe eine solche Umfrage bis zum Herbst nicht geschafft haben, ist nach dem Willen der Ratsmehrheit der Kieler Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) am Zug. Er soll dann eine Beschlussvorlage ausarbeiten, die Kielern und Kielerinnen ab 65 Jahren ein Viertel des Preises für das Monatsticket Preisstufe II im Jahresabo erlässt: Statt 48,75 Euro soll der Fahrschein für Kiel oder in der Kiel Region künftig 36 Euro kosten.

Fahrten zu Stoßzeiten vermeiden

Das Seniorenticket ist jedoch an bestimmte Bedingungen geknüpft: Um zusätzliche Fahrten in Stoßzeiten im Busverkehr zu vermeiden, gelten werktags Sperrfristen von 6 bis 9 Uhr morgens und zwischen 16 und 19 Uhr. Sonntags entfallen die Beschränkungen. Rot-Grün-Blau plant die Einführung des Seniorentickets ab dem 1. Januar 2017 als Modellversuch für zwei Jahre. Um den Aufwand so gering wie möglich zu halten, soll allein der Ausweis mit der Altersangabe reichen, um in den Genuss des Seniorentickets zu kommen. „Wir gehen davon aus, dass sich das Ticket für die Stadt rechnet und kein Zuschuss notwendig wird“, erklärte SPD-Fraktionsvize Benjamin Raschke. Sollte die Refinanzierung des Rabatts durch den Verkauf zusätzlicher Tickets wider Erwarten nicht eintreffen, versichern Oschmann, Raschke und SSW-Fraktionsvorsitzender Marcel Schmidt, greift die Notbremse automatisch: „In dem Fall werden wir uns vom Seniorenticket wieder verabschieden müssen.“

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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