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Anwalt hält Böken-Akte für manipuliert

Gorch Fock Anwalt hält Böken-Akte für manipuliert

Schwere Vorwürfe gegen die Marine: Acht Jahre nach dem Tod der auf dem Segelschulschiff "Gorch Fock" über Bord gegangenen Kadettin Jenny Böken heißt es nun, die Krankenakte der damals 18-Jährigen sei, so die Ansicht des Anwalts der Familie, nach dem Tod der jungen Frau manipuliert worden.

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Neue Vorwürfe im Fall Jenny Böken: Krankenakte soll manipuliert worden sein.

Quelle: dpa

Kiel. In der Krankenakte, die Teil der sogenannten Todesermittlungsakte ist, fehlen nach Informationen des WDR Einträge von brisantem Inhalt. Die Familie hat in einem Interview mit dem WDR erstmals Aussagen einer Zeugin, die damals im Sanitätsbereich auf der Gorch Fock arbeitete, öffentlich zitiert. “Auch wenn ich tot wäre, es würde keinen interessieren” – Diesen Satz soll Jenny Böken nur wenige Stunden vor ihrem Tod der Zeugin gesagt haben. Sie habe, so ihre eigene Darstellung, diesen Satz sofort in die Gesundheitsakte eingetragen. Doch dieser Eintrag fehlt, wie auch andere Einträge über den Gesundheitszustand der damals 18 Jahre alten Jenny Böken. Für Rainer Dietz, Anwalt der Familie Böken, ein klarer Hinweis, dass die Gesundheitsakte nach dem Tod von Jenny Böken manipuliert worden ist.

Das Oberverwaltungsgericht in Münster will den Fall Böken im September erneut verhandeln. „Für die Berufungsverhandlung hat das Gericht auch den Kommandanten und den Schiffsarzt geladen“, hatte Dietz angekündigt. Bei der Gerichtsverhandlung wird der Anwalt die Chance haben, endlich Fragen an den Kommandanten und den Schiffsarzt zu stellen. „Das war für uns bislang ja nicht möglich, da es nur Prüfungen und Untersuchungen hinter verschlossenen Türen gab.“ Marine, Staatsanwaltschaft Kiel und der Generalstaatsanwalt des Landes Schleswig-Holstein hatten den Fall untersucht. Es habe aber nie Anhaltspunkte für ein Verbrechen oder eine fahrlässige Tötung gegeben. Deshalb wurden die Verfahren jeweils eingestellt.

Die 18 Jahre alte Kadettin war in der Nacht vom 3. auf den 4. September 2008 in der Nordsee während der Wache als Ausguck vom Vorschiff der „Gorch Fock“ in die Nordsee gefallen. Die Leiche wurde knapp drei Wochen später von einem Forschungsschiff gefunden. Seitdem versuchen die Eltern der jungen Frau, die Umstände des Todes klären zu lassen.

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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Der Fall der 2008 über Bord der "Gorch Fock" gegangenen Matrosin Jenny Böken soll neu aufgerollt werden. Nach Informationen der Bild-Zeitung soll der Ex-Kapitän im September vor Gericht aussagen.

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