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Krankenhaus für Kuscheltiere in Kiel

Asmus-Bremer-Platz Krankenhaus für Kuscheltiere in Kiel

Zusammen mit ihrer Gruppe des evangelischen Kindergartens Noahs Arche ist die fünfjährige Elif aus Dietrichsdorf zum Teddybärkrankenhaus der Medizinstudierenden der Universität Kiel gekommen. Die Kinder haben ihre Tiger, Hunde, Hasen und Teddys mitgebracht, um sie gründlich untersuchen und verarzten zu lassen.

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Dr. ted. Lena hört gemeinsam mit Elif das Herz des Plüschhasen ab. Zum Glück ist er kerngesund.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. „Hase hat Bauchweh.“ Elif und Teddyärztin Lena Jendral horchen den kleinen Plüschhasen ab. Elif kann sein Herz schlagen hören. Auf Herz und Nieren wird er durchgecheckt. In die Ohren leuchten, Blut abehmen, röntgen. In einem bunten Kasten blitzt und piept es, schon erscheint das Röntgenbild. Operiert werden muss Hase zum Glück nicht. Sport und weniger Süßes sollten helfen, die Bauchschmerzen in den Griff zu bekommen.

Kindern die Angst nehmen

„Unser Ziel ist es, Kindern die Angst vor dem Arztbesuch zu nehmen“, sagt Anna Vormehr, Studentin der Humanmedizin im sechsten Semester. „Deshalb treten wir auch im weißen Kittel auf“, so die 21-Jährige. Spielerisch können die Kinder an verschiedenen Stationen die Ärzte und viel rund um das Thema Gesundheit kennenlernen. Beim Zahnarzt wird beispielsweise anhand des Croco-Docs das Zähneputzen geübt. „Hase hat keine Zähne geputzt“, gibt Elif zu. Das muss sie zu Hause noch mit ihm nachholen. Daneben betreuen die Ökotrophologiestudentinnen Vanessa und Ann-Sophie eine Station zur gesunden Ernährung. Bei ihnen können die Kinder in Boxen Obst und Gemüse ertasten, Gewürze riechen und die Ernährungspyramide kennenlernen. Im Operationssaal nimmt Dr. ted. Rike den anatomischen Teddy Paul-Jobst auseinander. Stacey und Marie, mit Handschuhen, Haube und Maske ausgestattet, assistieren dabei. Anhand der herausnehmbaren Organe können die Funktionen erklärt werden. Die Kinder staunen und dürfen mal anfassen. „Mir gefällt das Herz, weil man damit leben und atmen kann“, sagt Assistenzärztin Stacey.

Nach dem Komplettcheck geht es zur Apotheke. Dort wartet Jörge Bernhardt auf die Patienten. Neben aus Toilettenrollen und Taschentüchern gebastelten Wärmflaschen und Kühlpacks gibt es Traubenzucker, Obst und Tee für die Kleinen, welche von Supermärkten und anderen gespendet wurden. Die Studierenden opferten viel Zeit für die Vorbereitung. Seit sechs Jahren bieten die Fachschaften der medizinischen Studiengänge das Teddybärkrankenhaus freiwillig an. Insgesamt werden 500 Kinder samt Kuscheltieren erwartet. Julia Otto, Mitorganisatorin des Teddybärkrankenhauses, findet es wichtig, die Kinder alles ausprobieren zu lassen. „So ein Arzt mit Mundschutz und Haube sieht ja schon beängstigend aus. So können sie selbst mal testen wie es ist, diese Dinge anzuhaben.“ Wie in einem echten Krankenhaus liegen Infusionsschlauch und Sauerstoffmaske für die OP natürlich ebenfalls bereit.

Rettungswagen vielbeachtet

Besondere Aufmerksamkeit erregt der echte Rettungswagen. In diesem liegt das große Nilpferd Hippo auf der Trage. Hippo wird in eine Rettungsdecke gepackt und festgeschnallt. Sanitäterin Marie Holly erklärt der kleinen Finja wozu die Wärmedecke dient. Mutter Martina Kuhl findet es gut, die Kinder über die Arbeit aufzuklären. „Es ist wichtig, dass sie keine Angst vor Ärzten hat, denn die können Leben retten.“

Teddybärkrankenhaus

Noch bis Donnerstag können Kinder mit ihren Kuscheltieren auf dem Asmus-Bremer-Platz zum Teddybärkrankenhaus kommen und die Plüschfreunde untersuchen lassen. Wer kein Kuscheltier dabei hat, kann eines vor Ort erhalten und auch mitnehmen. Von 8 bis 12 Uhr stehen die Teddyärzte für angemeldete Kitagruppen bereit, ab 12 Uhr können auch alle anderen Kinder zwischen drei und sechs Jahren zur Untersuchung kommen. Alle Behandlungen erfolgen ohne Termin.

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Ein Artikel von
Fatima Krumm
Volontärin

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Kindergarten Mühbrook
Foto: Gerrit Hugendieck lädt die Kinder ein, den Magen und andere aus Filz nachgebildete Organe im Teddybauch anzufassen.

Die Angst vor Arzt und Krankenhaus dürfte bei den Jungen und Mädchen im Kindergarten Mühbrook jetzt gegen Null tendieren. Dafür sorgten angehende Mediziner von der Universität Kiel mit ihrem Teddybär-Krankenhaus. Bei ihrem Besuch untersuchten und behandelten sie die mitgebrachten Plüschtier-Patienten.

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