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Ausbildung mit eigenem Coach

Assistierte Ausbildung Ausbildung mit eigenem Coach

David Martirosjan hat mit Hilfe der Arbeitsagentur einen Ausbildungsplatz im Hotel Kieler Yacht Club gefunden. Das Besondere: Es handelt sich um eine sogenannte Assistierte Ausbildung, bei der der Jugendliche durch den Coach eines Bildungsträgers begleitet wird. Derzeit sind noch 3638 Ausbildungsplätze iim Land unbesetzt, ihnen stehen 4006 unversorgte Bewerber gegenüber.

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Auf dem Weg zum Hotelfachmann: der Auszubildende David Martirosjan zusammen mit seinem Chef Thomas Varwig, Direktor des Hotels Kieler Yacht Club.

Quelle: Björn Schaller

Kiel. David Martirosjan hat vor zwei Jahren seinen Hauptschulabschluss gemacht. Danach hat er im Einzelhandel und in der Gastronomie gearbeitet. Jetzt hat der Jugendliche mit Hilfe der Arbeitsagentur einen Ausbildungsplatz bei einer der ersten Adressen der Kieler Hotellerie gefunden: David Martirosjan hatte am Dienstag seinen ersten Arbeitstag beim Hotel Kieler Yacht Club. Hier wird er zum Hotelfachmann ausgebildet.

 Sollte es Probleme während der Ausbildung geben, im privaten wie im beruflichen Umfeld, dann können Jugendlicher und Arbeitgeber mit Hilfe des Coaches nach Lösungen suchen. Bezahlt wird der Coach von der Bundesagentur für Arbeit. Die Arbeitsagenturen in Schleswig-Holstein wollen mit diesem Mittel künftig verstärkt „Jugendliche mit schwachem Schulabschluss oder mit Migrationshintergrund“ bei ihren ersten Schritten ins Berufsleben unterstützen. Oder eben solche Jugendliche wie David Martirosjan, der in den Augen manch potenzieller Arbeitgeber vielleicht einen nicht ganz geraden Lebensweg gewählt hat. Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur, bezeichnete diese Jugendlichen als „Rohdiamanten“. Derzeit seien Mittel für 321 Assistierte Ausbildungen frei gegeben, berichtete sie; 131 Stellen seien schon besetzt. Und sollten in den kommenden Wochen mehr als 321 Lehrverträge dazu geschlossen werden, dann werde die Regionaldirektion hier auch aufstocken.

 Margit Haupt-Koopmann rief die Arbeitgeber zu Kompromissbereitschaft bei der Suche nach Auszubildenden auf; sie sollten auch vermeintlich schwächere Jugendlichen einen Chance zu geben und nicht eine Ausbildungsstelle unbesetzt zu lassen. Der perfekte Bewerber werde jetzt nach dem Start des Ausbildungsjahres nicht mehr um die Ecke kommen. „Wir haben keine anderen Jugendlichen“, sagte sie. Mit dem neuen Instrument wolle man vor allem kleinere Betriebe motivieren, „Jugendlichen mit Ecken und Kanten eine betriebliche Ausbildungschance zu geben“. Daneben gibt es weiterhin die Instrumente der Einstiegsqualifizierung und die ausbildungsbegleitenden Hilfen. Die Assistierte Ausbildung richte sich aber nicht nur an die Jugendlichen. Auch Betriebe können unterstützt werden, wenn sie sich beispielsweise mit der Organisation der Ausbildung überfordert fühlen.

 Auf dem Ausbildungsmarkt herrscht derzeit noch viel Bewegung. Zwar war gestern nach dem 1. August der zweite und damit letzte klassische Starttermin für Ausbildungen. Aber, so der Erfahrungen der Arbeitsagenturen, noch bis zum Jahresende werden zahlreiche Lehrverträge geschlossen.

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