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Ortsbeiräte grübeln über Wohnbauflächen

Atlas-Entwurf Ortsbeiräte grübeln über Wohnbauflächen

Bis zum Jahr 2030, so sagen es die Statistiker, wächst Kiel um 25000 Einwohner. Also muss gebaut werden. Wo das möglich wäre, sagt der neue Wohnbauflächenatlas, der im Entwurf vorliegt und in diesen Wochen durch die Ortsbeiräte geht.

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Hof Hammer weist im Ortsbeiratsbezirk das größe Potenzial an Wohnflächen aus. Jedoch geht es dort nur langsam voran.

Quelle: Martin Geist

Russee. Russee, Hammer und Demühlen bekamen dabei eine eher überschaubare Zahl von Flächen präsentiert. Sechs haben die Leute aus dem Rathaus in Hammer ausgemacht, fünf sind es in Russee. Mit Abstand am bedeutendsten ist dabei Hof Hammer, für den 156 Wohneinheiten ausgewiesen sind. Allerdings sind die entsprechenden Pläne altbekannt, kommen aber nur zäh in die Gänge.

 „Wir sind ein bisschen unzufrieden, dass das so langsam geht“, räumte Sven Graba vom Stadtplanungsamt ein. Die Entwicklung des Gebiets sei „sehr, sehr diffizil“, nicht zuletzt wegen Erfordernissen des Naturschutzes, erläuterte der Planer. Nach aktuellem Stand soll der Entwurf des Bebauungsplans Ende des Jahres beschlossen werden. Weil darauf eine öffentliche Auslegung folgt und Behörden wie private Kieler Anregungen und Bedenken einbringen können, dürfte es sich entsprechend hinziehen, bis eine rechtskräftige Satzung auf dem Tisch liegt. Fraglich scheint insofern, ob der vom Investor anvisierte Baubeginn im Frühjahr 2017 gehalten werden kann.

 Die zweitgrößte Fläche befindet sich an der Otto-Rehder-Straße in Russee und weist ein Potenzial von 34 Wohneinheiten aus. Alle übrigen Plätze bewegen sich schon im einstelligen Bereich und betreffen durchweg Hinterland- oder Lückenbebauung. So könnte es im Tannenholz in Hammer acht neue Wohneinheiten geben und nördlich der Rendsburger Landstraße in Russee sechs.

Umstrittene Passivhaussiedlung

 Interessant ist für den Ortsbeirat Russee/Hammer/Demühlen auch das, was nicht im Atlas steht: Die stark umstrittene Passivhaussiedlung hinter dem Damaschkeweg in Hammer wurde nicht in das Papier aufgenommen und dürfte sich damit erledigt haben.

 Bezogen aufs ganze Stadtgebiet haben die Mitarbeiter des Planungsamtes beachtliche Reserven aufgetan. Sie fanden 227 mögliche Bauflächen mit zusammen mehr als 9500 Wohneinheiten. Zudem gibt es Hoffnung, dass aufgrund von Ideen der mit ihren Stadtteilen gut vertrauten Ortsbeiräte am Ende noch mehr Flächen herauskommen könnten. Gut möglich allerdings auch, dass es genau andersherum läuft. Nach aller Erfahrung dürfte es in manchen Stadtteilen gegen die Bebauung einzelner Fläche mehr oder weniger starke Proteste geben.

 Potenziale finden sich indes sogar in dicht bebauten Stadtteilen wie Gaarden. In der Johannesstraße könnten nach Abriss der Schwimmhalle 70 Wohneinheiten entstehen und an der Hörn sogar etwa 550. Holtenau hat derweil allein auf dem ehemaligen MFG-5-Gelände 1400 zu bieten und die Neubaugebiete von Meimersdorf sogar fast 4000. Mancherorts jedoch scheint fast nichts mehr zu gehen: In Schilksee, haben die Planer noch nicht einmal 30 potenzielle neue Wohneinheiten erspäht. Stellungnahmen zum Wohnbauflächenatlas sollen die Ortsbeiräte bis zum Jahresende abgeben. In Russee, Hammer und Demühlen will man sich deshalb Zeit lassen und in einer der nächsten Sitzungen über das Papier diskutieren.

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