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Ermittlungen kurz vor dem Abschluss

Attacke auf Polizisten Ermittlungen kurz vor dem Abschluss

Polizei und Staatsanwaltschaft haben nach der brutalen Attacke auf einen Streifenbeamten im Kieler Stadtteil Gaarden schnell ermittelt: „Das Verfahren steht kurz vor dem Abschluss“, sagt Oberstaatsanwalt Axel Bieler. Der Beschuldigte wird sich nach KN-Informationen wohl doch wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten müssen.

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Der attackierte Kieler Polizist befindet sich auf dem Weg der Besserung.

Quelle: Imke Schröder (Symbolbild)

Kiel. Auf Nachfrage will sich die Staatsanwaltschaft aber noch nicht zu Einzelheiten der Anklage äußern. Der Fall hatte vor knapp drei Wochen für große Anteilnahme und auch Empörung gesorgt: Ein 37 Jahre alter Beamter des 4. Reviers war während einer Streifenfahrt zunächst von einer Gruppe junger Männer mit einem Laserpointer geblendet worden. Als die Polizisten die Gruppe zur Rede stellen und die Personalien aufnehmen wollte, griff ein 20 Jahre alter Mann türkischer Abstammung den Polizisten unvermittelt an. Mit mehreren Faustschlägen habe er dem Streifenbeamten ins Gesicht geschlagen. Beim Sturz schlug der Polizist mit dem Kopf gegen einen Mauervorsprung, erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma sowie Frakturen der Nasen- und Augenhöhle. Auch am Bein wurde der 37-Jährige verletzt.

Für das Opfer war der Vorfall doppelt schlimm: Erst vor zwei Jahren war er schon einmal im Dienst bei einem Angriff schwer verletzt worden. Nach dem jüngsten Vorfall war die Solidarität gewaltig: Mit Blumen und Geschenken hatten Kieler ihre Anteilnahme zum Ausdruck gebracht. Innenminister Stefan Studt (SPD) hatte selbst Kontakt zu dem verletzten Polizisten aufgenommen. Für Empörung hatte die Entscheidung der Kieler Staatsanwaltschaft gesorgt, die keinen Haftbefehl gegen den 20-Jährigen beantragt hatte. Selbst Juristen hatten dies nicht nachvollziehen können, sahen durchaus die rechtlichen Grundlagen für einen Haftantrag wegen einer gefährlichen Körperverletzung erfüllt.

Anklage der Staatsanwaltschaft geplant

Nach KN-Informationen will die Staatsanwaltschaft nun auch Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung gegen den 20-Jährigen erheben. Bereits nach der Tat hatte die Staatsanwaltschaft ein rechtsmedizinisches Gutachten angefordert, um die Entstehung der Verletzungen rekonstruieren zu können. Aus Polizeikreisen heißt es, juristisch sei nunmehr von einer „abstrakt gefährlichen Handlung“ des Beschuldigten auszugehen. Unmittelbar nach dem verhängnisvollen Vorfall war dies offenbar nicht genau zu bestimmen gewesen. Der verletzte Beamte hatte am Tag nach der Attacke noch an der internen Dienstbesprechung teilgenommen, war erst anschließend aufgrund seiner Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden. Entsprechend war die Tragweite der Verletzungen für die Staatsanwaltschaft zu diesem Zeitpunkt bei der Entscheidung, ob sie einen Haftbefehl beantragen kann, nicht absehbar gewesen.

Sehr wahrscheinlich ist es nun, dass der Fall vor dem Jugendschöffengericht verhandelt wird, da der Beschuldigte mit 20 Jahren noch als Heranwachsender gilt. Anders als im Erwachsenenstrafrecht, das bei einer gefährlichen Körperverletzung eine Mindeststrafe von sechs Monaten vorsieht, steht im Jugendstrafrecht der Erziehungsgedanke im Fokus. Experten rechnen damit, dass der Tatverdächtige im Fall einer Verurteilung mit Arbeitsauflagen zu rechnen hätte. Nach KN-Informationen ist der Kieler zwar bereits häufiger polizeilich in Erscheinung getreten, strafrechtlich ist der 20-Jährige aber erst einmal zur Ableistung von Sozialstunden verurteilt worden.

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Ein Artikel von
Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

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