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Mit Schiffsglocke und flatternden Segeln

Audio-Guide Schifffahrtsmuseum Mit Schiffsglocke und flatternden Segeln

Die Schiffsglocke klingelt, man hört die Segel im Wind flattern – wer das Modell der „Gorch Fock“ im Kieler Schifffahrtsmuseum betrachtet, kann sich nun auch über einen Audio-Guide einen Eindruck davon verschaffen, wie es war, als das Segelschulschiff 1958 vom Stapel lief.

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Der Test der von Sandra Scherreiks (l.) und Katja Töpfer mitentwickelten Audio-Guides war erfolgreich. Die Geräte versprechen für die Zukunft viel Flexibilität.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Seit dem 27. Januar können Besucher der Ausstellung zur maritimen Seegeschichte in der Fischhalle kostenlos eines von 50 Geräten ausleihen, das mit Hörtexten zugleich Hintergrundinformationen zu den Exponaten liefert. 30000 Euro investierte die Stadt Kiel in das Projekt. Das Schifffahrtsmuseum ist damit das erste Museum in der Landeshauptstadt, das diese Funktion für eine Dauerausstellung anbietet.

Vier Monate Texte geschrieben

„Audio-Guides gehören inzwischen zum Standard. Wir sammeln ja nicht nur Objekte, sondern auch ihre Geschichten. Mit den Hörtexten haben wir die Möglichkeit, mehr Informationen zu präsentieren als schriftlich auf Tafeln“, sagt Dr. Sandra Scherreiks, die das Projekt leitet. Schon im Sommer vergangenen Jahres testete eine Delegation in Hamburg die Audio-Guides verschiedener Museen, um sich Anregungen zu holen. Anschließend wählte das Projektteam aus den insgesamt 800 Ausstellungsobjekten 32 aus, die einen Hörtext bekamen. Für die Recherche und zum Schreiben der Texte brauchten Sandra Scherreiks und Museumsvolontärin Katja Töpfer vier Monate. Das Vertonen auf Deutsch, Englisch, Norwegisch, Französisch und Italienisch übernahmen anschließend die Profis von „Antenna international“, die auch die Audio-Touren für den Pariser Louvre oder den Kölner Dom produzierten. Alle Texte wurden von Muttersprachlern eingesprochen. Mit der Auswahl von vier Fremdsprachen richtet sich das Museum vor allem an Kreuzfahrt-Touristen. „Besonders die Norweger sind interessiert am Kieler Frieden“, sagt Museumsdirektorin Dr. Doris Tillmann. Auch Italiener und Franzosen, die mit Kreuzfahrtschiffen am benachbarten Ostseekai anlanden, kämen oft ins Museum.

Eine Stunde gibt es auf die Ohren

Gut eine Stunde Hörmaterial steht den Besuchern nun zur Verfügung. „Wir haben uns bemüht, jeden Text anders und so lebendig wie möglich zu gestalten“, sagt Scherreiks. Dafür öffnete der Norddeutsche Rundfunk sein Archiv. Neben der Schiffsglocke der „Gorch Fock“ sind nun auch Werftgeräusche, O-Töne aus historischen Radiobeiträgen sowie Zitate aus Tageszeitungen zu hören. Die ersten Erfahrungen seien positiv, berichtet Scherreiks, „fast alle Besucher nehmen das Angebot an, und die Leute gucken sich die Objekte genauer an, wenn sie auch etwas dazu hören“. 17 Themen wie Marine, Hafen oder Segelsport werden in der Halle präsentiert. Zu je zwei Exponaten pro Thema gibt es Hörtexte, die Tillmann als „Ergänzung zu Ausstellung und Führungen“ bezeichnet. Anders als in anderen Museen gibt es für die verschiedenen Beiträge keine vorgeschriebene Reihenfolge. Besucher können auf den Geräten selbst die Nummern der mit einem Kopfhörer-Symbol gekennzeichneten Ausstellungsstücke auswählen und den Guide wie ein Handy ans Ohr halten oder mit Kopfhörern nutzen. Weitere Neuerungen sind laut Museumsdirektorin Doris Tillmann nicht ausgeschlossen. Denkbar sei durch die Anschaffung der Geräte auch, Texte speziell für Kinder zu entwickeln, das Sprachangebot auszuweiten oder neue Texte zu Sonderthemen wie der Marinegeschichte oder Seniorenführungen auf Plattdeutsch anzubieten.

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