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Aufregung um ein Flaggen-Zitat

CDU-Ratsherr Aufregung um ein Flaggen-Zitat

Die umstrittenen Äußerungen des CDU-Ratsherrn Cetin Yildirim von Pickardt über eine Regenbogenbeflaggung vor dem Kieler Rathaus haben bundesweit Proteste ausgelöst. Vor allem im Netz gibt es erboste Reaktionen auf den Auftritt des Kieler CDU-Politikers in der Ratsversammlung der vergangenen Woche.

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Die Regenbogenfahne, eine Form des Regenbogens als Symbol, dient in vielen Kulturen weltweit als Zeichen der Toleranz, Vielfältigkeit, der Hoffnung und Sehnsucht.

Quelle: Patrick Nawe

Kiel. Von Pickardt selbst bemühte sich am Montag, die Debatte zu entschärfen. „Es tut mir sehr leid, dass ich falsch verstanden wurde und sich Menschen beleidigt gefühlt haben“, sagte er den Kieler Nachrichten. „Ich bin der letzte, der Vorurteile gegenüber jede denkbare sexuelle Orientierung hat.“

Vor der Ratsversammlung hatte von Pickardt, wie berichtet, den Antrag der Linken kritisiert, zum internationalen Tag gegen Homophobie vor dem Rathaus die Regenbogenflagge zu hissen. Man würde dies schließlich auch nicht für Dickleibige und Alkoholiker machen. Daraufhin gab es massive Proteste. Der grüne Landtagsabgeordnete Rasmus Andresen sprach auf seiner Facebook-Seite von „ekliger Homophobie“. Auch der Lesben- und Schwulenverband LSVD äußerte sich empört. Es sei „völlig inakzeptabel, schäbig und schändlich, wenn Volksparteien beziehungsweise Vertreter dieser sich auf Kosten von Minoritäten wie Nicht-Heterosexueller versuchen zu profilieren“. Die Erklärung geht einher mit der Aufforderung an die CDU-Landespartei, „eine anscheinend immer noch in gewissen Teilen vorhandene Homophobie“ aufzuarbeiten. Die Kritik wurde auch auf der Internetplattform „queer.de“ verbreitet und im Netz lebhaft diskutiert.

Cetin Yildirim von Pickardt kann die Aufregung nicht nachvollziehen. Er habe in freier Rede gesprochen und könne somit nicht ausschließen, sich missverständlich ausgedrückt zu haben, sagte er am Montag. „Was ich aber sagen wollte: Wir brauchen in Kiel klare Kriterien, damit nicht jede Gruppe sagen kann, dass sie ein Flagge vor dem Rathaus hissen möchte.“ Das könne am Ende auch bedeuten, dass die Regenbogenflagge aufgehängt werde. Es gebe aber zu viele Gruppen, die so ein Recht einfordern können. „Deshalb benötigen wir eindeutige Regeln.“ Es sei jedoch niemals seine Absicht gewesen, Homosexuelle auf eine Stufe mit Alkoholkranken zu stellen.

Entsetzt zeigte sich von Pickardt über die Art und Weise, wie seine Äußerungen diskutiert werden. Er sei in den vergangenen Tagen zahlreichen Beleidigungen und Bedrohungen ausgesetzt gewesen. Die Bezeichnung „homophober Vollidiot“ sei noch eine der harmloseren gewesen. „Selbst wenn ein Mensch einen Fehler begeht, darf es keine Hetzkampagne gegen ihn geben.“ Er sei sehr verwundert darüber, was die Kieler Grünen daraus gemacht haben. „Sie hätten mich nur fragen müssen, dann hätte ich ihnen erklärt, wie es gemeint war.“

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Ein Artikel von
Kristian Blasel
Ressortleiter Lokalredaktion/Kiel

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