9 ° / 0 ° Regenschauer

Navigation:
Masterplan will die Stadt bewegen

Ausbau von Sportangeboten Masterplan will die Stadt bewegen

Die Stadt konkretisiert jetzt ihre Pläne zum Ausbau von Sportangeboten. Ein Masterplan, der Mitte Juni im Sportausschuss erstmals vorgestellt wird, offenbart dabei einen Spagat zwischen der Förderung von Vereinen und nicht-organisiertem Breitensport.

Voriger Artikel
Es gibt wieder Nervennahrung
Nächster Artikel
Familienpatin: „Das tut mir einfach gut“

Der Kieler Turnerbund Brunswik bietet an der Gelehrtenschule Einradfahren für Schüler an: Diesem Beispiel einer gelungenen Kooperation von Schule und Sportverein sollen nach Vorstellung der Stadt künftig noch viele weitere folgen.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Einerseits will die Stadt insbesondere Vereine weiter stärken. Andererseits müsse auch der nicht organisierte Breitensport mehr (öffentlichen) Raum zum Beispiel in Grünanlagen bekommen.

Der Haken an den Plänen: Größere Investitionen sind aufgrund des Haushaltsdefizits kaum zu erwarten.

 Mit ihrem Masterplan hatte sich die Stadt viel Zeit gelassen. Schon das 2012 vom Institut für Sportwissenschaft an der Kieler Universität zur Sportentwicklung vorgelegte Gutachten („Sport leben und erleben“) hatte die Notwendigkeit entsprechender Leitlinien angemahnt.

 Dies bezog sich auch auf die im Gutachten nachgewiesene Bedeutung von Vereinen. Um sie zu stützen, soll deren Nutzung von Hallen und Plätzen der Stadt künftig kostenfrei bleiben. „Die Erhebung von Sporthallennutzungsentgelten hat sich nicht bewährt“, heißt es im Masterplan. Befreit davon waren zumindest in den vergangenen Jahren Vereine, die dem Sportverband Kiel oder dem Landessportverband angehörten.

 Die Sportanlagen sollen aber auch für nicht organisierte Sportaktivitäten weiter geöffnet werden und freie Kapazitäten dem Individual- und Freizeitsport zur Verfügung stehen. Dabei geht die Stadt davon aus, dass sich die Vereine „verantwortlich verhalten“, sorgsam mit Flächen und Hallen umgehen und „nicht benötigte Belegungszeiten freigeben“. Nutzungskonflikte insbesondere durch die Einrichtung der Ganztagsschulen könnten durch Kooperationen von Schulen und Vereinen vermieden werden.

Altersübergreifende Nutzung

 Wegen steigender Nachfrage nach Sporträumen auch außerhalb der Vereine denkt die Stadt über die Nutzung von Räumlichkeiten in Jugend- oder Senioreneinrichtungen nach. Ebenfalls geprüft werde eine ganzjährige Öffnung von Schulhöfen sowie „altersübergreifende“ Nutzungsmöglichkeiten von Spiel- und Bolzplätzen für „Sport und Bewegung“.

 Dafür soll laut Masterplan „die ganze Stadt als Bewegungsraum“ weiterentwickelt werden. Dazu zählten Wege, Straßen, Wälder, Plätze oder Parks. Entgegenstehende Nutzungs- und Verkehrsregelungen (Parkordnung) könnten für Sportaktivitäten geändert werden.

 Trotz der vielen Förderabsichten im aktuellen Masterplan, dämpft Sportdezernent Gerwin Stöcken in seiner Geschäftlichen Mitteilung dazu allzu hohe Erwartungen: „Sollten aus der Umsetzung einzelner Maßnahmen finanzielle Verpflichtungen für die Stadt entstehen, sind hierfür besondere Beschlüsse herbeizuführen.“

 Dies gelte vor allem bei der Erhaltung und Modernisierung von Sportstätten mit dem Grundsatz: Erhalt vor Neubau. Hier formuliert Stöcken bewusst vorsichtig: Die fortlaufende Sanierung auf Grundlage beschlossener Prioritätenlisten wird „angestrebt“. Nur bei „akuten Handlungsbedarfen aus verkehrssicherungstechnischen Gründen können sich neue Prioritäten ergeben.“

 Bei der Aufstellung von Prioritätenlisten für Schulsporthallen und Schulbauprogramme würden auch die Erfordernisse des Vereinssports berücksichtigt. Eine Umwandlung von Rasen- in Kunstrasenplätze sei aufgrund hoher Kosten bei Anschaffung und Pflege sowie aus ökologischen Gründen aber nicht vorgesehen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

Events in Kiel

Veranstaltungen in Kiel
Aktuelle Termine, News, Infos.

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3