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Mehr Chancen in kürzerer Zeit

Ausbildung und Studium Mehr Chancen in kürzerer Zeit

Die Fachhochschule (FH) Kiel, das Regionale Berufsbildungszentrum der Landeshauptstadt Kiel (RBZ Wirtschaft) und Kieler Unternehmen haben ein besonderes Ausbildungs- und Studienmodell beschlossen.

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Stellten die Kooperationsvereinbarung vor: FH-Wirtschaftsprofessor Jens Langholz, FH-Präsident Prof. Udo Beer und RBZ-Leiter Wulf Wersig (von links).

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. In diesem sogenannten Trialen Modell werden der Bachelor-Onlinestudiengang Betriebswirtschaft mit der Berufsausbildung zur Industriekauffrau und zum Industriekaufmann im Ausbildungsbetrieb und der schulischen Ausbildung am RBZ kombiniert. Ein entsprechender Kooperationsvertrag wurde jetzt unterzeichnet.

Das Triale Modell bedeutet für die teilnehmenden Schüler: In den ersten beiden Jahren liegt der Schwerpunkt auf der Berufsausbildung mit der IHK-Abschlussprüfung. In dieser Zeit belegen sie bereits ausgewählte Module des Onlinestudiengangs BWL an der Fachhochschule. In den beiden folgenden Jahren konzentrieren sie sich auf das Studium und arbeiten parallel dazu in ihren Ausbildungsbetrieben. Der Vorteil: Bereits nach vier Jahren können die Teilnehmer mit dem IHK-Abschluss und dem Bachelor of Arts in der Betriebswirtschaft zwei europaweit beziehungsweise weltweit anerkannte Abschlüsse erreichen. „Normal“ wäre eine dreijährige Berufsausbildung mit einem folgenden dreijährigen Studium.

Alle sollen profitieren

„Alle Beteiligten profitieren von diesem Modell“, sagt Wulf Wersig, Schulleiter und Geschäftsführer des RBZ Wirtschaft. So würden die Schüler eine gute berufliche Perspektive in insgesamt verkürzter Ausbildungszeit, die beteiligten Betriebe motivierte Mitarbeitende und die FH motivierte Studierende gewinnen. So sieht es auch Prof. Udo Beer. „Wir ziehen an einem Strang“, sagte der FH-Präsident, der das RBZ als „natürlichen Partner“ bezeichnete: „Das RBZ hat die gleiche Denke wie wir, beide wollen berufsorientiert ausbilden.“ Zudem sieht Beer in dem Modell auch Chancen für ein langfristiges bildungspolitisches Konzept. Das Triale Modell könnte der „Eisbrecher für weitere Kooperationen“ sein, etwa in der Wirtschaftsinformatik.

Wie FH-Wirtschaftsprofessor Jens Langholz erklärte, seien im Vorfeld Gemeinsamkeiten in der RBZ-Ausbildung und in den Modulen des Onlinestudiums ausgelotet worden. Darauf aufbauend sei ein Konzept entwickelt worden, das die Ausbildungsinhalte optimal mit dem Studium verzahne. Durch diese Vorarbeit hätten Ausbildung und Studium verkürzt werden können. Während des Studiums sei eine Voll- und Teilzeittätigkeit in einem Betrieb möglich. Der Vorteil des Onlinestudiums, so Langholz weiter, liege in der zeitlichen Flexibilität, sodass sich Ausbildung und Studium organisatorisch gut verbinden ließen.

Starten soll das Triale Modell zum Wintersemester 2016/17. An der Fachhochschule wird es allerdings keine Sonderkontingente für RBZ-Schüler geben. Interessierte müssten sich zunächst um einen Ausbildungsplatz als Industriekaufmann/Industriekauffrau bewerben und nach dem IHK-Abschluss an der Fachhochschule bewerben. Voraussetzung dafür ist die Allgemeine Hochschulreife oder Fachhochschulreife.

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