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Ausbildungs-Aktiv-Messe Die Suche nach dem passenden Platz

Noch immer haben zahlreiche Jugendliche in Kiel und Umgebung keinen Ausbildungsplatz gefunden, während Unternehmen gleichzeitig passende Bewerber suchen. Auf einer Ausbildungs-Aktiv-Messe im Sportpark Gaarden können sich beide Seiten am Donnerstag, 12. Mai, kennenlernen.

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Bei der Organisation der Ausbildungs-Aktiv-Messe helfen viele Akteure (von links): David Vetter (Stadtteilbüro Ost), Cetin Yildirim-von Pickardt (Wirtschaftsbüro Gaarden), Stadtpräsident Hans-Werner Tovar, Karin Helmer (Stadtmission), Astrid Barde (Bildungsberatung Kiel-Ost), Tina Kliemann (Sportpark-Koordinatorin) und Gero Scheuermann (Jobcenter) stellten das Projekt vor.

Quelle: Karin Jordt

Gaarden. Handwerk hat goldenen Boden, aber auch offene Lehrstellen. Daher geht es bei der Messe nicht in erster Linie um Abschlusszeugnisse, Flyer und Informationsblätter, sondern um Aktivitäten: In und vor der Coventryhalle können Jugendliche, die eine Lehrstelle suchen, von 8 bis 13 Uhr in ganz praktischen Übungen ihre Fähigkeiten zeigen und mit Ausbildern in Kontakt kommen. Die Handwerksbetriebe bauen Stationen auf, an denen berufsbezogene Fertigkeiten gefragt sind. So bringen Dachdecker zum Beispiel eine Leiter mit, die erklommen werden muss. Tiefbauer lassen Pflastersteine verlegen, Versorgungstechniker machen eine Kernbohrung, der Friseur lädt zum Rollenspiel ein, ein Umzugsservice bringt einen Hubwagen mit, bei den Hotelfachleuten müssen Teller getragen und beim Gartenbau die Schubkarren bewegt werden. Rund 15 Minuten lang können die jungen Leute jeweils an einem Stand anpacken und sich bei praktischen Übungen informieren.

Organisiert wird die Messe von der Stadtmission Kiel in Kooperation mit der Bildungsberatung Ost, dem Wirtschaftsbüro Gaarden und dem Stadtteilbüro Ost. Unterstützung kommt außerdem vom Jobcenter, vom Regionalen Berufsbildungszentrum (RBZ) Technik und von der Turn- und Sportvereinigung (TuS) Gaarden. Die Handwerkskammer Lübeck wird ebenfalls mit einem Informationsstand dabei sein.

„Es ist eine ganz besondere Messe“, betont Stadtpräsident und Schirmherr Hans-Werner Tovar: „Es wird nicht nach Noten sortiert, sondern nach handwerklichen Fähigkeiten. Ich wünsche mir, dass viele Jugendliche ihren Ausbilder finden.“ Die Hürde, sich formal zu bewerben, werde durch diesen persönlichen Kontakt erleichtert, erklärt Karin Helmer, Geschäftsführerin der Stadtmission. Es gebe im Handwerk viele verschiedene Tätigkeiten, die unter Jugendlichen gar nicht bekannt seien, hat Tina Kliemann, Koordinatorin im Sportpark, festgestellt. „Hier kann man Ausbildungsberufe kennenlernen“, sagt Astrid Barde von der Bildungsberatung Kiel-Ost.

Gesucht werden noch weitere Handwerksbetriebe zum Mitmachen, zum Beispiel aus dem Bereich Kraftfahrzeugtechnik, Bäcker, Maler, Koch oder Tischler. Bedingung ist, dass sie in diesem Jahr eine freie Lehrstelle haben und auf der Messe einen Stand mit praktischen Übungen aufbauen. Die Organisatoren hoffen, dass sich die Idee bewährt und in Zukunft einmal pro Jahr eine solche Messe auf dem Ostufer stattfinden kann.

„Im Handwerk ist die Lage bewerberfreundlich, denn die Nachfrage der Jugendlichen ist dort eher zurückhaltend“, sagt Gero Scheuermann, Teamleiter im Jobcenter für Jugendliche. Wer sich für das Handwerk interessiere, habe bei einer Bewerbung relativ gute Chancen. 1081 offene Stellen gab es Ende März nach Scheuermanns Angaben im Agenturbezirk (Kiel und Kreis Plön) bei den Ausbildungsplätzen. Dem gegenüber standen 1012 unversorgte Bewerber, also Jugendliche, die bei der Berufsberatung als Ausbildungsplatzsuchende gemeldet sind. Das Jobcenter Kiel fördert den Ausbildungs-Aktiv-Tag. Denn Schulabgänger würden dort nicht nur auf ihr Zeugnis oder eine Bewerbungsmappe reduziert, sondern könnten bei Ausbildern des Handwerks ohne weitere Hürden als interessierte, aktive junge Menschen wahrgenommen werden.

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