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„Gorch Fock“: Jetzt sind’s die Masten

Ausbildungsreise abgesagt „Gorch Fock“: Jetzt sind’s die Masten

Die Reisepläne für die „Gorch Fock“ nach Kuba sind geplatzt – die Werftzeit für das Schiff dauert unerwartet länger. Der Grund: Alle drei Masten des stolzen Schiffes müssen runter. Diese Erneuerung sprengt den kompletten Zeitrahmen für die Überholung bei der Elsflether Schiffswerft.

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Die „Gorch Fock“ muss die Winterreise absagen. Alle drei Masten des 58 Jahre alten Segelschulschiffes müssen erneuert werden.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Aus sechs Monaten wird jetzt ein komplettes Jahr. Nach dieser Investition ist das 1958 gebaute Segelschulschiff dann aber laut Marine für die nächsten Jahre sicher auf See unterwegs.

Die Probleme mit den Masten hatten sich bereits abgezeichnet. Eigentlich wäre die Überprüfung im Rahmen der schiffbaulichen Untersuchung 2017 fällig gewesen. Da die Bark nun schon im Dock in Bremerhaven lag, entschied sich das Rüstungsamt zusammen mit der Marine, die Prüfung vorzuziehen. Dabei wurde nach Mitteilung der Marine erkannt, dass alle drei Masten mehr oder weniger starke Korrosionsschäden haben. Zumindest in Teilen hätten diese repariert werden können, teilt Marinesprecher Achim Winkler in Kiel mit.

 Mit dem Ziel einer langfristigen Werterhaltung des Schiffes habe die Projektleitung der Rüstungsbehörde BAAIN nach Auswertung der Befunde entschieden, alle drei Masten inklusive der Stengen und der Rahen und Gaffeln auszutauschen. Diese Arbeiten stellen aber einen erheblichen Eingriff in die Stabilität dar. Deshalb müsse der Austausch der Untermasten Schritt für Schritt erfolgen. Daraus resultiert der große Zeitbedarf, so Winkler.

 So wird die „Gorch Fock“ nach derzeitigem Stand erst im März nächsten Jahres wieder zur Verfügung stehen. Noch im Frühjahr war Kommandant Nils Brandt guter Dinge, als er die Planung für die große Winterreise machte. Am 7. November wollte die Crew in Kiel starten, Kolumbien, Mexiko und Kuba sollten angesteuert werden. Im März hätte dann ein längerer Besuch in den USA auf dem Programm gestanden. Zum Hafengeburtstag in Hamburg sollte die „Gorch Fock“ wieder zurückkehren.

 Die Planung dieser fast sechsmonatigen Tour war deshalb etwas größer ausgefallen, weil die Marine für ihre Offizieranwärter in diesem Jahr keinen Einsatz-Ausbildungsverband (EAV) zur Verfügung hat. Dieser Verband wurde in den vergangenen Jahren immer aus Fregatten und Versorgern gebildet und unternahm längere Auslandsreisen. Im Rahmen dieser Touren erhielten die jungen Offizieranwärter an Bord ein Praktikum und Einblicke in spätere Einsatzmöglichkeiten.

 Da aber die Marine nach den vielen Außerdienststellungen von Fregatten derzeit mit den noch verfügbaren Einheiten in Auslandseinsätzen und Nato-Verpflichtungen steckt, ließ sich kein Einsatz-Ausbildungs-Verband mehr auf die Beine stellen. Diese Lücke sollte für die 250 Offizieranwärter durch eine längere Seefahrt auf der „Gorch Fock“ geschlossen werden. Doch daraus wird jetzt auch nichts. Wie dieser Ausfall kompensiert werden kann, ist noch unklar. Der Offiziernachwuchs tritt am 1. Juli in Mürwik an der Marineoffiziersschule seinen Dienst an.

 Beim Marinekommando in Rostock und auch in Mürwik werde intensiv nach Alternativen für die seemännische und auch allgemein militärische Ausbildung der Offizieranwärter gesucht, teilte ein Sprecher mit. Ob auch ein ausländisches Segelschulschiff in Betracht kommt, stehe noch nicht fest. Im September 2000 hatte die Marine bereits einmal das norwegische Segelschulschiff „Staatsrad Lehmkuhl“ gechartert. Auch damals war die „Gorch Fock“ für eine längere Zeit in der Elsflether Werft.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Kommentar

Der Ausfall der „Gorch Fock“ ist ein Alarmzeichen. Die Bark ist das letzte verbliebene Schulschiff der deutschen Marine. Am 1. Juli starten die 250 Offiziersanwärter in Mürwik ihre Ausbildung. Eigentlich ist ein Praktikum an Bord eines Marineschiffes in den ersten sechs Monaten eine Grundvoraussetzung.

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