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Flughafen-Zukunft in Kiel ist weiter offen

Ausschusssitzung Flughafen-Zukunft in Kiel ist weiter offen

Das Thema „Zukunft des Kieler Flughafens“ bescherte der Sondersitzung von Haupt-, Bau- und Wirtschaftsausschuss eine Menge Gäste. Auf die Gutachter von Beratungsbüro Prognos, die ihre 157-seitige Expertise vorstellten, prasselten dabei viele Fragen nieder.

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Etwa 16.000 Starts und Landungen von Freizeit-, Sport- und Geschäftsfliegern verzeichnet der Flugplatz jährlich.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Die machten eins besonders deutlich: Mit ihrem Fazit, dass sie sich weder eindeutig für die Fortsetzung des Flugbetriebs noch für seine Stilllegung aussprechen können, hadern Befürworter wie Gegner gleichermaßen. Es gab keine Diskussion, sodass die politische Entscheidung erst in der Ratsversammlung am 17. November fällt.

Den Flugplatz zum Gewerbegebiet mit Landebahn weiterentwickeln (Variante A) oder nach seiner Schließung einen neuen Stadtteil mit Wohnen und Gewerbe bauen (Variante B) – statt sich für eine der Varianten zu entscheiden, schlugen die Gutachter eine dritte Variante vor: Mit Blick auf alle Daten habe sich ihnen keine der beiden Optionen aufgedrängt, wiederholten Peter Kaiser und Prof. Frank Fichert vom Prognos-Büro. Vor allem, weil in der wachsenden Stadt der Bedarf nach Raum für Wohnungsbau wie Gewerbe stetig wächst. Kaiser sprach von „Flächenkonkurrenz“: Während die von SPD, CDU, FDP und SSW favorisierte Variante A in den nächsten Jahren, wenn Engpass droht, Unternehmen genügend Platz bieten könnte, hat die von den Grünen und Linken befürwortete Variante B den Vorteil, den Kieler Norden insgesamt aufzuwerten. In der Abwägung von Risiken und Chancen kamen sie zu einer „Art Patt“, räumte Kaiser ein.

Variante C soll A und B kombinieren

Daher empfehlen sie eine Variante C, die die Vorteile von A und B kombinieren soll: So ist es ihrer Ansicht nach denkbar, an dem Flugbetrieb mittelfristig festzuhalten und nach einigen Jahren wieder zu prüfen oder die Schließung sofort zu beschließen und sie aber erst später umzusetzen. So könnte man sich noch einmal Zeit nehmen und den Unternehmen eine gewisse Planungssicherheit verschaffen, meinte der Gutachter: „Die Entscheidung liegt jedoch bei der Politik.“

In der Sondersitzung herrschte angesichts dieser Aussagen Ratlosigkeit. Vor allem die Grünen pflückten Details und Statistiken auseinander, hinterfragten die Aussagekraft und auch so manche Zahl. Er sei ein bisschen unglücklich mit dem Gutachten, beschrieb der grüne Baupolitiker Arne Langniß sein Unbehagen – und stand damit nicht allein. Welche Wirtschaftseffekte wurden berücksichtigt? Wie hoch ist der Nutzen der Organ-Flüge für die Gesundheitswirtschaft? Wie sollen die Unternehmen bei Variante C Planungssicherheit gewinnen? Fragen über Fragen, die auch aus den Reihen von SPD und CDU gestellt wurden. CDU-Fraktionschef Stefan Kruber wunderte sich darüber, dass die Gutachter ohne Auftrag eine Variante C ins Spiel bringen. Eins stand am Ende fest: Das Gutachten liefert Befürwortern und Gegnern reichlich Munition für die Debatte.

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