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Verteidigungsminister besucht U-Boot-Werft

Kevin Andrews kommt nach Kiel Verteidigungsminister besucht U-Boot-Werft

Es geht um einen Rüstungsauftrag im Wert von 50 Milliarden australische Dollar: Australiens Verteidigungsminister Kevin Andrews will die für ihre U-Boote bekannte Werft TKMS in Kiel besuchen, die sich um den Auftrag gegen internationale Konkurrenz bemüht.

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Hintergrund des Besuchs dürfte das internationale Ringen um einen Milliardenauftrag zum Bau neuer U-Boote für Australien sein. Hier zu sehen eine Computergrafik eines U-Boot-Modells der Klasse 216.

Quelle: ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS)/dpa

Kiel/Berlin. Australiens Verteidigungsminister Kevin Andrews wird am 23. April die Kieler Werft ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) besuchen. Eine offizielle Bestätigung für den Besuch gab es nicht. Hintergrund dürfte das internationale Ringen um einen Milliardenauftrag zum Bau neuer U-Boote für Australien sein. Das Verteidigungsministerium in Canberra hatte am 20. Februar Frankreich, Japan und Deutschland aufgefordert, sich um den Auftrag zu bewerben. TKMS — früher HDW - gehört beim Bau nichtatomarer U-Boote zur internationalen Spitze und exportiert in viele Staaten, unter anderem auch nach Israel. Bis Ende des Jahres will Australien über die Vergabe entscheiden.

Das Ministerium in Canberra beziffert die Gesamtkosten des teuersten Rüstungsprojekts in der Geschichte Australiens auf 50 Milliarden australische Dollar — das sind fast 35 Milliarden Euro. Dazu sollen aber auch Investitionen in Australien und die Wartungskosten für die U-Boote in ihrer gesamten Einsatzzeit gehören. Nach Medienberichten soll es sich um den Bau von 12 U-Booten handeln, allein die Baukosten könnten etwa 14 Milliarden Euro betragen.

Der stellvertretende TKMS-Aufsichtsratsvorsitzende und IG-Metallchef von Kiel/Neumünster, Peter Seeger, sagte am Freitag, er kenne den Termin mit Andrews nicht. Falls der Verteidigungsminister tatsächlich nach Kiel komme, sollte man dies nicht gleich mit Erwartungen verknüpfen. Es gehe darum, dass Andrews die Werft und ihr Know-how erst einmal kennenlerne und einschätzen könne, ob sie geeignet sei für den Auftrag.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatten sich bei der australischen Regierung für eine internationale Ausschreibung eingesetzt — im Interesse von TKMS.

Die von Australien gewünschten U-Boote der Klasse 216 von ThyssenKrupp gibt es erst im Entwurf. Die U-Boote sollen 89 Meter lang sein und bis zu vier Wochen lang am Stück tauchen können. Als Konkurrenten für TKMS gelten der französische Konzern DCNS, der mehrheitlich im Staatsbesitz ist, und ein japanisches Konsortium.

Die bisherigen australischen U-Boote der Collins Klasse will das Verteidigungsministerium um 2025 herum ausmustern. Beim Neubau soll Australiens Industrie so umfassend wie möglich beteiligt werden. Die Regierung erwarte, dass der wesentliche Anteil des U-Boot-Neubaus in Australien erfolgen werde, so das Ministerium. Dadurch würden mindestens 500 hochqualifizierte Jobs in Australien geschaffen. Die Regierung erwartet von den Bewerbern daher verschiedenen Optionen: Für die Konstruktion und den Bau in Übersee, in Australien oder Mischformen.

Branchenexperten sehen hier eine besondere Chance für TKMS. Denn die Werft hat U-Boote in Kiel, aber auch direkt in den Ländern von Auslandskunden gebaut und zudem Erfahrungen mit Paket-Lösungen, also Zulieferungen.

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtete im März, dass die neuen U-Boote in Südaustralien wahrscheinlich bei der Werft ASC in Adelaide gebaut werden. Verlangten dies die Australier, würde TKMS dem Bericht zufolge seine Kieler Werft kopieren. „Sollten wir die Boote dort bauen, würden wir ein starkes australisches Standbein aufbauen“, wurde Hans-Christoph Atzpodien, Chef der Rüstungssparte bei ThyssenKrupp, zitiert.

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