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Vier Varianten, keine Empfehlung

Autobahn 21 Vier Varianten, keine Empfehlung

Die Machbarkeitsstudie ist abgeschlossen, einen genauen Plan, wie die Autobahn 21 in das Verkehrsnetz der Landeshauptstadt Kiel eingebunden werden soll, gibt es aber immer noch nicht. Das teilte der Leiter des Tiefbauamts, Peter Bender, am Donnerstag den von der Planung betroffenen Ortsbeiräten mit.

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Welchen Verlauf soll die A 21 auf Kieler Stadtgebiet nehmen? Vier verschiedene Varianten hat die Stadt auf ihre Umsetzbarkeit prüfen lassen.

Quelle: Frank Peter

Kiel. „Für die Stadt Kiel ragt nach der Beendigung der Machbarkeitsstudie keine Variante heraus. Daher können wir auch keiner der vier Planungsvarianten den Vorzug geben“, erklärte Bender. Die vier möglichen Einfahrten der A21 in das Kieler Stadtgebiet wurden nach verkehrspolitischen, städtebaulichen und Umweltschutzgesichtspunkten bewertet. „Jede Variante hat hier jeweils ihre Vor- und Nachteile“, betonte Bender.

2010 war die Prüfung der möglichen Varianten in Auftrag gegeben worden. Eigentlich hätte bereits 2012 ein Ergebnis feststehen sollen. „Durch die sehr detaillierte Prüfung ist die Verzögerung entstanden“, erklärte Bender.

Nach der Variante 1 soll die A21 über die Neue Hamburger Straße bis zum Barkauer Kreuz verlaufen. Gleichzeitig wird die sogenannte Südspange gebaut, eine vierspurige Bundesstraße (B202), die die A21 ab dem Knotenpunkt Karlsburg mit der B76 in Gaarden-Süd verbindet.

Die Linienführung der Variante 2 unterscheidet sich von der ersten Variante nicht. Hier verläuft allerdings die Südspange als A21. Die Anbindung an das Barkauer Kreuz bleibt wie bisher ab Karlsburg die Bundesstraße 404.

Die  Variante 3 sieht wie Variante 1 den Verlauf der A21 über die Neue Hamburger Straße bis zum Barkauer Kreuz vor. Gleichzeitig sollen der Wellseedamm und der Theodor-Heuss-Ring ausgebaut werden. Eine Südspange gibt es in diesem Plan nicht.

Als Variante 4 wurde außerdem die sogenannte „Nullvariante“ untersucht. Danach endet der Ausbau der B404 zur A21 auf Höhe Hofteichstraße, weitere straßenbauliche Veränderungen sieht diese Variante nicht vor.

Die Baukosten der verschiedenen Planfälle sind unterschiedlich. Während bei der Nullvariante nur mit Kosten von rund 20 Millionen Euro zu rechnen ist, würden die Varianten 2 und 3 jeweils rund 60 Millionen Euro kosten. Die teuerste Variante wäre mit 80 Millionen Euro die erste. „Hier müsste das Barkauer Kreuz als echtes Autobahnkreuz ausgebaut werden“, erklärte Bender.

Gleichzeitig seien die Kosten bei der Entscheidungsfindung der Stadt Kiel nicht ausschlaggebend gewesen. „Weil es sich um den Bau einer Autobahn handelt, trägt den Großteil der Kosten der Bund“, so Bender. Lediglich den in der Variante 3 vorgesehenen Ausbau des Wellseedamms müsste die Stadt übernehmen.

 „Der Auftraggeber für den Autobahnbau ist der Bund, das Land führt in seinem Auftrag den Bau aus“, stellte Bender klar. Die Stadt Kiel könne daher nicht über den Verlauf der Trassen entscheiden. „Aber wir hätten gerne eine Empfehlung abgegeben“, sagte Bender. Jetzt wird die Stadt die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie ohne Empfehlung an den ausführenden Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr (LBV) übergeben. Dieser wird die Varianten erneut prüfen und dann entscheiden, wie die A21 in das Stadtgebiet angebunden werden soll.

 „Wir stehen erst ganz am Anfang des Planungsprozesses“, sagte Peter Bender. Er rechnet nicht mit einer Fertigstellung des Autobahnanschlusses in Kiel vor 2030.

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Ein Artikel von
Anne-Kathrin Steinmetz
Lokalredaktion Kiel/SH

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Foto: „Ich halte den Bau der Südspange für die einzige sinnvolle Variante“: Torsten Conradt, Direktor des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr, in seinem Büro.

Der Anschluss der Autobahn 21 an das Kieler Stadtgebiet – das war vor wenigen Wochen noch Thema einer Sitzung der Kieler Ortsbeiräte im Rathaus der Landeshauptstadt. Nun ist die Südspange im kürzlich veröffentlichten Bundesverkehrswegeplan (BVWP) als B202 enthalten.

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