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Südspange scheint alternativlos

Autobahnanschluss Südspange scheint alternativlos

Der Anschluss der Autobahn 21 an das Kieler Stadtgebiet – das war vor wenigen Wochen noch Thema einer Sitzung der Kieler Ortsbeiräte im Rathaus der Landeshauptstadt. Nun ist die Südspange im kürzlich veröffentlichten Bundesverkehrswegeplan (BVWP) als B202 enthalten.

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„Ich halte den Bau der Südspange für die einzige sinnvolle Variante“: Torsten Conradt, Direktor des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr, in seinem Büro.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Sie wird dort als „vordringlicher Bedarf“ eingestuft. Ist damit schon entschieden, wie die A21 auf dem Kieler Stadtgebiet verlaufen wird?

 „Nein“, sagt Torsten Conradt, Direktor des Landesbetriebes für Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH) im Gespräch mit unserer Zeitung. „Die Planung der Südspange steht in keinem unmittelbaren Zusammenhang mit der Planung der A21. Sie könnte auch ohne den Autobahnanschluss gebaut werden.“

 Die Verbindung von B404 und B76 südlich des Barkauer Kreuzes war eine der von der Stadt Kiel vorgestellten und geprüften Varianten, wie die A21 an das Kieler Stadtgebiet angeschlossen werden könnte.

 Sechs Jahre lang hatte die Stadt vier verschiedene Trassenführungen nach verkehrspolitischen, städtebaulichen und Umweltschutzgesichtspunkten untersuchen lassen. Am Ende befürwortete sie keine Variante, sondern gab die Ergebnisse ihrer Prüfung ohne Empfehlung an das Land weiter. Weil es sich beim Bau der Autobahn um ein Bundesprojekt handelt, liegt die Entscheidung über den Straßenverlauf nicht bei der Stadt. Nach Eingang der Unterlagen prüft nun der LBV-SH die verschiedenen Anschlussmöglichkeiten.

 „Ich halte den Bau der Südspange für die einzige sinnvolle Variante“, stellt Conradt klar. Den Anschluss der Autobahn an das Barkauer Kreuz hält er nicht für umsetzbar, zu eng bebaut sei es dort bereits jetzt. Conradt sieht in der Südspange außerdem eine sinnvolle Möglichkeit, den Theodor-Heuss-Ring zu entlasten. Nach einer Erhebung aus dem Jahr 2013 fahren dort täglich 106 000 Autos, ausgelegt ist die Bundesstraße jedoch nur für 73 000 Kraftfahrzeuge. „Der Verkehr muss dringend auf irgendeine Art und Weise runter von der B76“, sagt Conradt. Ein sechsspuriger Ausbau sei nicht möglich. Die Häuser stehen zu nah an der Straße. Der Bau der Südspange, die die B404 auf Höhe der Neuen Hamburger Straße mit der B76 auf Höhe der Kreuzung An der Kleinbahn verbindet, könnte genau diese Entlastung bringen. Für den LBV-Direktor gibt es dafür keine Alternative.

 Warum die Stadt Kiel sich trotz der Vorteile nicht klar für die Südspange aussprach, kann Conradt auch nur vermuten: „Ich denke dafür gab es politische Gründe.“ Die Südspange würde dort entlang führen, wo heute Grünland und Kleingartensiedlungen sind.

 34,6 Millionen Euro soll die gut zwei Kilometer lange Straße laut Bundesverkehrswegeplan kosten. Auch wenn der Bau der Südspange hier als „vordringlicher Bedarf“ eingestuft wird, ist mit dem Baubeginn nicht in der nächsten Zeit zu rechnen. Mindestens neun Jahre würde die Planung der Straße noch dauern, erzählt Conradt. „Und dann sind wir noch zügig voran gekommen.“ Mit einem Baubeginn ist also nicht vor 2025 zu rechnen. Zeit genug, um auch eine Entscheidung über den Verlauf der A21 im Kieler Stadtgebiet zu fällen.

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Ein Artikel von
Anne-Kathrin Steinmetz
Lokalredaktion Kiel/SH

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Foto: Welchen Verlauf soll die A 21 auf Kieler Stadtgebiet nehmen? Vier verschiedene Varianten hat die Stadt auf ihre Umsetzbarkeit prüfen lassen.

Die Machbarkeitsstudie ist abgeschlossen, einen genauen Plan, wie die Autobahn 21 in das Verkehrsnetz der Landeshauptstadt Kiel eingebunden werden soll, gibt es aber immer noch nicht. Das teilte der Leiter des Tiefbauamts, Peter Bender, am Donnerstag den von der Planung betroffenen Ortsbeiräten mit.

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