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Backtradition soll weiterleben

Konditorei Pursche in Kiel Backtradition soll weiterleben

Die (Kaffee-)Durststrecke ist vorbei: Die alteingesessene Konditorei Pursche in der Holtenauer Straße hat wieder geöffnet. Nach über 150 Jahren in Familienbesitz geht der Traditionsbetrieb nun unter neuer Leitung weiter. Der bewährte Name, das Konzept und die Qualität der Torten und Backwaren sollen bleiben.

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Herwig und Ingeborg Pursche geben die Leitung ihres traditionsreichen Cafés in der Holtenauer Straße an Farah Khosh (Mitte), ihren Mann Dehnadfar (r.) und ihren Schwager Ferry Morid (l.) weiter.

Quelle: Christoph Jürgensen

Kiel. In den vergangenen Wochen standen bei Pursche die Stammgäste vor verschlossener Tür. Anfang April war es recht plötzlich zur Einstellung des Café-Betriebs gekommen. Gesundheitliche Gründe zwangen Henning Pursche, die Leitung abzugeben. Seine Eltern Ingeborg und Herwig Pursche (67 und 71) können aus Altersgründen nicht weitermachen. Sie hatten bereits 2010 das „Zepter“ eigentlich aus der Hand gegeben.

 „Umso mehr freut es uns, dass es jetzt weitergeht“, erklärt Ingeborg Pursche. Farah Khosh, die seit einigen Jahren bei Pursche arbeitet, übernimmt den Betrieb zusammen mit ihrer Familie. „Das Konzept bleibt“, verspricht sie, und kann dabei auf die Unterstützung der Pursche-Seniors zählen. In der Anfangszeit will Herwig Pursche in der Backstube darauf achten, dass die Qualität, die die Konditorei seit Jahrzehnten auszeichnet, beständig bleibt. Denn Beständigkeit ist das gewisse Etwas, das den Charme dieses Cafés ausmacht. „Wir haben nicht jede Modeströmung mitgemacht“, sagt Herwig Pursche, der schon im elterlichen Betrieb aufgewachsen ist. „Die Kunden wussten, was sie erwartet: Immer das gleiche Programm, keine Veränderungen“, ergänzt seine Frau. Und diese Verlässlichkeit dankten die Stammkunden den Pursches mit einer oft jahrzehntelangen Treue.

 „Angefangen hat alles 1952 mit meinem Vater“, berichtet Herwig Pursche. Josef Pursche gründete damals in der Holtenauer Straße 208 sein eigenes Kaffeehaus. Allerdings reichen die Wurzeln des Konditorhandwerks bei den Pursches noch wesentlich weiter zurück: 1860 wurde der Familienbetrieb in Eulau im Sudetenland gegründet. Zwischen 1976 und 2010 haben Herwig und Ingeborg Pursche das Café mit der weitaus längsten Tradition in der „Holtenauer“ geführt. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge geben sie es nun weiter. „Dieses Café muss genauso rustikal bleiben, wie es ist“, stellt der neue Geschäftsführer Ferry Morid klar. Vom Apfelkuchen über den hausgemachten Baumkuchen, Nusstorte und Stachelbeerbaiser bis hin zur Zitronen-Sahnerolle – die Gäste sollen auch weiterhin aus der gewohnten Bandbreite an Torten und Backwaren wählen können. Ergänzt wird das Programm künftig von kleinen Snacks, Aufläufen zur Mittagszeit und neuem Kleingebäck. Die Belieferung von Hotels und Gaststätten sowie die Herstellung von Hochzeitstorten sollen genauso wieder anlaufen wie die Bewirtung von Gesellschaften zu Anlässen von der Taufe bis zur Trauerfeier.

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