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Kleine Übungen für einen harten Arbeitstag

Gesundheitsmanagement Kleine Übungen für einen harten Arbeitstag

Betriebliches Gesundheitsmanagment findet auch in kleineren Unternehmen immer mehr Anklang. Die Bäckerei Günther bot seinen 290 Mitarbeitern Kurse zu Schwerpunkten wie Muskelentspannung und Stressmanagment an. Ökotrophologin Anke Galié hat die Angebote individuell für den Betrieb entwickelt.

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Claudia Karg, Svenja Kowoll und Gunnar Bienengräber sorgen mit Anke Galié (von links) während des laufenden Betriebs in der Backstube der Bäckerei Günther für Abwechslung.

Quelle: Florian Sötje

Kiel. Kurz bevor Claudia Karg ihren Arbeitstag in der Backstube der Bäckerei Günther um 4 Uhr beginnt, entspannt sie sich mit einfachen Übungen der progressiven Muskelentspannung. „Dann bin ich voller Energie und kann in den Arbeitstag starten“, sagt die Bäckerin. Kollegin Svenja Kowoll integriert „kleine Übungen, die einem helfen, wenn man lange steht“, in ihren Arbeitsalltag. Gelernt haben beide diese Maßnahmen im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements.

Die diplomierte Ökotrophologin Anke Galié, Leiterin des Präventionscenters der Innungskrankenkasse (IKK) Nord, arbeitet mit der gesamten Belegschaft des Kieler Familienunternehmens seit 2013 zusammen. Dabei analysiert sie zunächst die jeweilige Lage im Betrieb, um dann Angebote individuell für die Mitarbeiter zu entwerfen. „Eine Blaupause gibt es nicht, denn jeder Betrieb ist anders“, sagt Galié. Bei der Bäckerei Günther entstanden durch die Bedarfsanalyse 14 Kurse mit den Schwerpunktthemen aktive Entspannung, Muskelentspannung, Stressmanagement, Rückenschule und Ernährung, an denen alle 290 Mitarbeiter teilnehmen konnten.

 Eine abschließende Evaluation stimmt Geschäftsführer Moritz Günther zufrieden: „Es ist ein Baustein einer Veränderung der Unternehmenskultur, um mit dem Wettbewerb in unserem Gewerbe Schritt zu halten und uns zukunftsträchtig aufzustellen“, so Günther, der stolz auf die sichtbaren Veränderungen ist. Betriebswirtschaftlich sei die Investition ebenfalls sinnvoll: „Gesunde Mitarbeiter und eine angenehme Betriebskultur führen zu weniger Fehlzeiten und steigern die Produktivität.“

 Das Betriebliche Gesundheitsmanagement findet in klein- und mittelständischen Unternehmen immer mehr Anklang. „Wenn die Betriebsleitung für diese Thematik jedoch keine Zeit opfern möchte, brauchen wir nicht im Betrieb aufzuschlagen“, erzählt Galié.

 Das zeigt auch eine aktuelle Befragung von 401 mittelständischen Personalmanagern durch die Fachzeitschrift „Personalwirtschaft“. Die meisten Unternehmer haben die Bedürfnisse ihrer Angestellten im Blick, geben jedoch als häufigste Hürden für ein funktionierendes Gesundheitsmanagement „fehlende personelle Ressourcen“, „begrenzte finanzielle Mittel“ und „Widerstände bei den Führungskräften“ an. Allerdings sieht sich nur eine Minderheit nicht in der Lage, ihren Mitarbeitern Maßnahmen über ein betriebliches Gesundheitsmanagement anzubieten.

 Verfügen Betriebe über ein Gesundheitsmanagement, fehlt es oft an konkreten Zielsetzungen. Lediglich 42,9 Prozent der Unternehmen haben solche zu den Themen Gesundheit und Gesundheitsmanagement definiert. Besonders in den Fokus der Personalmanager gerät neben dem physischen Wohlbefinden die psychische Gesundheit ihrer Mitarbeiter. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) stehen psychische Erkrankungen mit 40 Millionen Arbeitsunfähigkeitstagen auf Platz zwei der Krankschreibungen in Deutschland.

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Ein Artikel von
Florian Sötje
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