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Alte Lübecker Chaussee wird tiefergelegt

Bahnbrücken Alte Lübecker Chaussee wird tiefergelegt

An der Alten Lübecker Chaussee stehen in den kommenden Jahren weitreichende Bauarbeiten an. Weil die Deutsche Bahn die beiden Eisenbahnbrücken erneuern will, muss die Straße um etwa 70 Zentimeter abgesenkt werden. Dadurch soll die Durchfahrtshöhe der Brücken vergrößert und den aktuellen Vorgaben angepasst werden.

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An der Alten Lübecker Chaussee stehen in den kommenden Jahren weitreichende Bauarbeiten an.

Quelle: Arno Burgi/dpa (Symbolfoto)

Kiel. Die Pläne stellte das Tiefbauamt in der vergangenen Woche im Ortsbeirat Mitte vor. „Die Deutsche Bahn hat uns da im Prinzip die Entscheidung abgenommen“, sagt Jens Kruschwitz, Mitarbeiter des Tiefbauamtes der Landeshauptstadt. Das Verkehrsunternehmen sei auf die Stadt zugekommen und habe darüber informiert, dass die beiden Brücken aus den Jahren 1916 und 1924 ersetzt werden müssen. Die Sperrung der Brücken hat die Bahn schon beantragt, weil dies zwei Jahre im Voraus geschehen müsse. „Der Zeitplan ist von der Bahn also vorgegeben“, sagt Kruschwitz.

 Die Brückenerneuerung zieht für die Stadt Kiel weitreichende Bauarbeiten nach sich. Denn nach der aktuell geltenden Richtlinie muss eine Durchfahrtshöhe von 4,70 Meter gegeben sein, derzeit werden unter beiden Brücken nur 3,95 Meter gemessen. Die Unterkonstruktion des Neubaus wird leichter sein als die aktuelle Konstruktion, sodass die Durchfahrtshöhe sich dadurch schon etwas vergrößern wird. „Weil die Höhenlage der Schienen nicht verändert werden kann, rechnen wir damit, die Straße um etwa 70 Zentimeter absenken zu müssen“, erläutert Kruschwitz.

 Die Absenkung der Straße ist nicht unproblematisch. Denn unter der Straße verlaufen Versorgungsleitungen für die Stadt, die im Zuge der Bauarbeiten ebenfalls tiefergelegt werden müssen. Kompliziert werden vor allem die Arbeiten an der Hauptstromleitung. „Halb Kiel hängt an dieser Leitung“, sagt Kruschwitz. Deswegen seien diese Arbeiten besonders aufwendig. Die Stromleitung werde derzeit mit reinem Diesel gekühlt und isoliert. Das sei vor 50 Jahren, als die Leitung verlegt wurde, üblich gewesen, erzählt der Kruschwitz. „Es kann sein, dass dann die Möglichkeit genutzt wird, um die Leitung komplett auszutauschen und die Isolierung zu erneuern.“

Stützpfeiler fallen weg

 Wie die weitere Umgestaltung der Straße aussehen soll, steht noch nicht fest. Klar ist, dass beim Neubau der Eisenbahnbrücken die Stützpfeiler wegfallen. Der Verlauf und die Breite von Straße und Bürgersteig kann also flexibler als bisher gestaltet werden. Das Tiefbauamt plant derzeit, die Straße dreispurig zu bauen – zwei Spuren sollen in die Innenstadt führen, eine Spur hinaus. Außerdem soll ein baulich von der Fahrbahn getrennter Radweg in Richtung Innenstadt führen, in der Gegenrichtung ist die Markierung eines Fahrradschutzstreifens geplant. Für viele Anwohner bedeutet die Absenkung der Straße auch, dass sie ihre Hauseingänge umgestalten und möglicherweise um Treppenstufen ergänzen müssen, um sich an die neue Straßenhöhe anzupassen.

 Der Ortsbeirat Mitte sprach sich dafür aus, die Umbauarbeiten für eine grundlegende Umgestaltung der Straße zu nutzen. In einem Antrag an den Bauausschuss stimmten die Mitglieder des Ortsbeirates einstimmig dafür, ein Werkstattverfahren zur Umgestaltung durchzuführen, an dem sich die Anwohner aktiv beteiligen können. In der Diskussion im Ortsbeirat wurde etwa diskutiert, die Alte Lübecker Chaussee zu einer Einbahnstraße zu machen, um das Verkehrsaufkommen zu reduzieren und die Parkmöglichkeiten für Anwohner zu verbessern. Auch die Möglichkeit eines eingeschränkten Parkverbots auf dem Seitenstreifen wurde diskutiert. Durch Bäume und Büsche könnte nach Ansicht der Ortsbeiratsmitglieder die Straße außerdem attraktiver werden.

 In zwei Jahren wird mit den Arbeiten an der Brücke begonnen, das wird etwa ein Jahr dauern. 2019 werden dann die Stadtwerke, die Telekom und die Stadtentwässerung abschnittsweise mit den Bauarbeiten an den Versorgungsleitungen beginnen. Das Tiefbauamt plant direkt im Anschluss, wahrscheinlich im Jahr 2020, mit den Arbeiten an der Straße zu beginnen.

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