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Anwohner sollen wachsam sein

Bahnhof Russee Anwohner sollen wachsam sein

Groß war die Freude, als zu Jahresbeginn erstmals wieder ein Nahverkehrszug in Russee hielt. Inzwischen ist die Freude aber vielfachem Frust gewichen. Der Grund: Immer wieder kommt es an dem Haltepunkt bei der Autobahnbrücke am Russeer Weg zu massiven Sachbeschädigungen.

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Unbekannte haben die Bahnhofsuhr zertrümmert.

Quelle: Martin Geist

Russee. Das Malheur begann schon früh. Am 4. Januar wurde der wiedereröffnete Bahnhof eingeweiht, zwölf Tage später war im Wartehäuschen die erste Scheibe kaputt. Und so ging es weiter: Vier zerstörte Scheiben im März, eine im April, zwei im Mai. Dann machten die Randalierer offenbar Sommerferien, sodass es im Oktober wieder losging – allerdings mit bis Mitte November bereits fünf Glasschäden noch schlimmer als zuvor.

 Offenbar nimmt mittlerweile auch die Kreativität der unbekannten Täter zu. So hinterließen sie in der Nacht zum 7. November eine verbrannte Scheibe am Fahrkartenautomaten, und am vergangenen Dienstag war das Wartehäuschen an mehreren Stellen mit roter Farbe besprüht. Ein Russeer, der nicht weit weg vom Bahnhof wohnt, machte jüngst im Ortsbeirat auf das Problem und die damit verbundenen Kosten aufmerksam. Allein das Auswechseln einer Scheibe schlägt demnach inklusive Arbeitskosten mit etwa 300 Euro zu Buche. Und noch aufwendiger dürfte es sein, die neueren Schäden am Fahrkartenautomaten und an der allem Anschein nach durch Steinwurf demolierten Bahnhofsuhr zu beheben.

 Über die Verursacher kann zwar nur spekuliert werden, das aber einigermaßen qualifiziert: Nach Berichten von Anwohnern feiern in der Dunkelheit Jugendliche immer wieder Partys am relativ abgelegenen Bahnhof und nerven nicht nur mit sinnlosen Zerstörungen. Lärm ist ebenfalls ein Problem. Auch beklagte sich der Chef einer benachbarten Firma, dass deren Gelände immer wieder gleich mit als Party-Location genutzt werde. Zudem wurde wiederholt beobachtet, dass offensichtlich nicht mehr ganz nüchterne Jugendliche auf den Bahngleisen herumliefen und damit zuallererst ihr eigenes Leben gefährdeten.

 Schön sei das nicht, lautete die einhellige Einschätzung der Ortsbeiräte, die Anwohner und Passanten aufforderten, die Polizei zu rufen, sobald ihnen etwas nicht geheuer vorkommt. Das ist durchaus schon geschehen, jedoch ohne Erfolg: Als die Ordnungshüter eintrafen, waren die Störer schon weg.

 Unterdessen hat sich die Zahl der Bahnfahrer in Russee nach knapp einem Jahr noch nicht im von der Landesweiten Verkehrsservicegesellschaft Schleswig-Holstein (LVS) angepeilten Ausmaß eingestellt. Im ersten Quartal, so hat Ortsbeiratsvorsitzender Winfried Jöhnk (SPD) von dem Unternehmen erfahren, wurden 72 Ein- und Aussteiger am Tag gezählt, 64 waren es bei einer Zählung im dritten Quartal. Erwartet werden dagegen rund 120 Nutzer. Als enttäuschend werten die Verantwortlichen der LVS das aber nicht: Nach ihren Erfahrungen kann es bis zu drei Jahre dauern, ehe ein neuer Bahnhof angenommen werde.

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