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Zweiter Israeltag an der Förde

Bahnhofsvorplatz Zweiter Israeltag an der Förde

Als im Mai vergangenen Jahres der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin in Kiel zu Besuch war, fand an der Förde erstmals ein Israeltag statt. Am Freitag, 20. Mai, steht nun eine zweite Ausgabe des Thementags auf dem Kieler Bahnhofsvorplatz an.

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Claus C. Plaass (links) und Benjamin Klavanski organisieren den 2. Israeltag, der am Freitag, 20. Mai, vor dem Hauptbahnhof stattfinden soll. Plaass war selbst viel mit dem Rad in Israel unterwegs und interessiert sich für die Bewässerungssysteme in der Wüste.

Quelle: Thomas Paterjey

Kiel. „Zwischen 11 und 17 Uhr gibt es Gelegenheit zu Gespräch und Information, Musik und Tanz sowie zum Lesen und Lernen“, sagt Initiator Claus C. Plaass. Es solle so lebensfroh und freundlich zugehen, wie es der Staat Israel sei. Die Veranstaltung steht unter dem Motto „I like Israel – 68 Jahre Staat Israel“.

Die beiden jüdischen Gemeinden, die liberal-konservativ ausgerichtete am Schrevenpark und die orthodoxe auf dem Ostufer, beteiligen sich jedoch ausdrücklich nicht an dem Fest. Am Freitagabend beginne der Sabbat, dessen Vorbereitung Kapazitäten bindet, heißt es zur Begründung. Die Gemeinde in der Jahnstraße wird den Gründungstag des Staates Israel Jom Haazmaut, der sich nach gregorianischer Zeitrechnung am 14. Mai zum 68. Mal jährt, intern feiern – und zwar entsprechend des jüdischen Kalenders, sodass der Tag auf den 12. Mai fällt. Viktoria Ladyshenski, Geschäftsführerin der Gemeinde in der Wikingerstraße, kritisiert den Ort für das geplante Fest: Sie wünscht sich, dass ein öffentlicher Israeltag in einem feierlicheren Rahmen begangen würde – etwa im Rathaus. „Der Tag auf dem Bahnhofsvorplatz ist eher schädlich“, sagt sie. Auch die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Schleswig-Holstein ist nicht mit an Bord.

Organisator Plaass hat dennoch viel vor. Künstlerisch gestaltet wird der Tag unter anderem von Benjamin Klavanski, der bei den Vorbereitungen hilft. Der gebürtige Lette lebt seit 20 Jahren in Kiel und war gerade erst für drei Wochen in Israel, um an einem Freiwilligendienst teilzunehmen. Plaass kennt das Land von seinen Fahrradtouren, sodass beide viele Anekdoten über das Land und seine Bewohner erzählen können. Um Ideologien oder um Religion solle es ausdrücklich nicht gehen, unterstreicht Plaass: „Der Israeltag ist ein säkularer Feiertag.“ Eines der Themen, über die er gern spricht, ist etwa das besondere Bewässerungssystem in den Wüsten.

Sein Israel-Interesse entstand vor einem familiären Hintergrund: Als Jugendlicher fiel ihm auf, dass die Großmutter väterlicherseits den jüdischen Namen Goldstein trug. Mit Anfang 20 besuchte er dann Verwandte, die während der Nazizeit in die USA emigriert waren, und vernetzte sich in Pro-Israel-Kreisen. Im vergangenen Jahr holte er das Format der Israeltage, das er in Norderstedt und Hamburg kennengelernt hat, recht spontan an die Förde – gerade einmal mit einem Monat Vorlaufzeit. „Vieles war improvisiert“, sagt er selbst in der Rückschau. Auch in diesem Jahr versucht Plaass, möglichst viel in Eigenarbeit auf die Beine zu stellen. Nach wie vor sucht er Sponsoren. „Es ist ein Schnorren, Bitten und Betteln.“

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Thomas Paterjey
Lokalredaktion Kiel/SH

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