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Das Handzeichen entscheidet

Barcamp Kiel 2015 Das Handzeichen entscheidet

Wie ist man auf Knopfdruck kreativ? Was macht eigentlich ein Food-Fotograf und wie nutze ich den Roboter mBot? Mit diesen und weiteren Fragen aus dem IT-, Marketing und Start-Up-Bereich beschäftigt sich seit Freitag das sechste Kieler Barcamp im Wissenschaftspark – eine Konferenz der besonderen Art.

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Gelöste Atmosphäre und buntes Gewusel: Das Barcamp gibt den Teilnehmern viele Gelegenheiten, sich auch im direkten Gespräch untereinander auszutauschen.

Quelle: Michael Kaniecki

Kiel. „Unkonferenz“ nennt Anja Scharfenberg, eine von zehn ehrenamtlich tätigen Organisatoren, die zweitägige Veranstaltung, die am Sonnabend endet. Denn vorgegebene Themen gibt es nicht. „Die werden jeweils am Vormittag von den Gästen im Plenum vorgeschlagen – und basisdemokratisch per Handzeichen je nach Interessenlage der Mehrheit angenommen oder auch abgelehnt“, sagt die Online-Beraterin. Das mache das Ganze so spannend. „Wir wissen also morgens nicht, was uns tagsüber erwartet.“

 „Es geht vor allem darum, Wissen frei auszutauschen, Dialoge zu fördern und Netzwerke zu bilden. Mitmachen kann jeder, der was sagen will“, erklärt Scharfenberg die Grundidee der Barcamps. „Gerade die lockere Atmosphäre regt zur Interaktion an.“ Ein elementares Prinzip der „Tagung, die auf konventionelle Regeln verzichtet“ sei das wechselseitige Geben und Nehmen. Wissen vermehren, indem man es mit anderen teilt. So sind die meisten der täglich rund 300 Besucher zwar zum Zuhören in den Wissenschaftspark gekommen, viele haben aber in ihren Vorträgen auch anderen etwas zu sagen.

 Einer von ihnen ist Tim Schlotfeldt. Der Projektleiter bei der Digitalen Wirtschaft Schleswig-Holsteins (DIWISH) ist bereits zum sechsten Mal dabei. „Ich veranstalte in diesem Jahr zwei 60-minütige Wokshops. Einen zum Thema Kryptografie, und einen zum sicheren Umgang mit sozialen Netzwerken.“ Von der Barcamp-Idee ist er überzeugt: „Gerade die fehlende Formalität, die Vielzahl an Themen, die offenen Menschen und der Open-Source-Charakter machen den Reiz aus“, lobt er das Konzept, das seit 2004 weltweit Anhänger findet. Das erste Camp fand in den USA statt.

 Auch Anke Nehrenberg zeigt sich begeistert: „Ich bin extra aus Hamburg angereist, um am Kieler Barcamp teilzunehmen. Das ist einfach intensiver als in anderen Städten“, sagt die Unternehmensberaterin, die etwas zum Thema Content-Canvas vorträgt. „Man hat hier die Möglichkeit in Themen reinzuschnuppern, zu denen man sonst keinen Zugang hat.“ Selbst komplexe technische Aspekte würden auf Augenhöhe erklärt, sodass sie jeder verstehe.

 Bei gelöster Atmosphäre stehen in den Pausen Blogger mit Geschäftsführern zusammen, IT-Spezialisten tauschten sich beim Kaffee mit der Konkurrenz aus, und Programmierer zeigen ihre neuesten technischen Highlights. „Man schaut einfach mal über den Tellerrand hinaus“, sagt Dennis Nissen, Geschäftsführer einer kleinen Kieler Software-Firma. Er selbst habe zwar noch keine Session – so nennt man die Kurzvorträge, Workshops und Diskussionen – gehalten, könnte sich das aber schon vorstellen. „Gerade die technischen Themen interessieren mich.“

 Ob das Kieler Barcamp, eines der größten Camps Deutschlands, im nächsten Jahr wieder stattfindet, steht noch nicht fest. Schließlich müssen sich wieder genug Freiwillige finden, die das Ganze – meist neben der Arbeit – organisieren. Doch Anja Scharfenberg, die bereits zum fünften Mal dabei ist, zeigt sich optimistisch: „Wir sind guter Dinge, dass das klappt.“

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Ein Artikel von
Jana Ohlhoff
Lokaldesk

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Foto: 600 Tickets wurden schon beim Bar Camp 2015 ausgegeben, dieses Jahr sind bereits alle regulären Plätze vergeben.

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