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Mit dem Lift zur Promenade?

Barrieren am Schwentineufer Mit dem Lift zur Promenade?

Am Schwentine-Nordufer in Neumühlen-Dietrichsdorf wurde vor acht Jahren ein großer Treppenneubau eingeweiht. Die versprochene Barrierefreiheit lässt jedoch weiter auf sich warten.

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Für Menschen mit Behinderung ist die 45 Grad steile Rampe an der großen Treppe ein unüberwindbares Hindernis. Ans Wasser gelangen sie nur über einen weiten Umweg, nachdem jetzt auch Wege über zwei Privatgrundstücke gesperrt worden sind.

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. Die breite Treppe hinunter zur neuen Uferpromenade am Schwentine-Nordufer macht etwas her. Entsprechend stolz waren die Vertreter von Stadt und Land, als der 1,1 Millionen Euro teure, mit europäischen Fördergeldern realisierte Umbau des Wasserwanderweges auf dem ehemaligen Mühlengelände am 28. November 2008 offiziell eingeweiht wurde. Nur: Die Treppe ist nicht barrierefrei. Daher wurde an dem Tag auch versprochen, eine behindertengerechte Wegeverbindung zwischen der Straße An der Holsatiamühle und Uferweg zu schaffen. Ein Versprechen, dass acht Jahre später immer noch nicht eingelöst worden ist.

Das Versprechen der damaligen Kieler Oberbürgermeisterin Angelika Volquartz und des noch amtierenden Bürgermeisters Peter Todeskino blieb vor allem bei den Menschen mit Behinderung haften, die regelmäßig an die neue Promenade wollen. So machten Rollstuhlfahrer mehrfach darauf aufmerksam, dass ein barrierefreier Zugang weiter fehle. Man gewöhnte sich aber daran, auf anderen Wegen ans Ufer zu kommen. So konnte ein schmaler Weg auf dem privaten Nachbargrundstück genutzt werden, nachdem die Ruine der früheren Holsatiamühle im Februar 2008 abgerissen worden war. In diesem Sommer stand zudem ein im oberen Bereich asphaltierter Weg über das Gelände der Schmerzklinik Kiel offen. Beide Wege sind seit Kurzem aber nicht mehr passierbar. Der eine ist wegen gefällter Sträucher und Bäume nicht mehr für Rollstuhlfahrer befahrbar, der andere wurde mittlerweile wieder durch einen Zaun verschlossen.

Stadt bekräftigt das Vorhaben

„Ein barrierefreier Zugang liegt im öffentlichen Interesse“, sagt Claus-Dieter Schulz. Der Vorsitzende des Verbraucherschutzvereins für ältere und behinderte Menschen ist selbst Rollstuhlfahrer und bedauert, dass die früheren Versprechen immer noch nicht erfüllt worden sind. Die Wege über die Privatgrundstücke seien stets nur Übergangslösungen gewesen. Jetzt müssten Rollstuhlfahrer einen weiten Umweg an der Schwentine-Mensa der Fachhochschule Kiel vorbei in Kauf nehmen, um an die Schwentinemündung zu gelangen. Das Problem: Der Weg zur Mensa ist so steil, dass er für viele Rollstuhlmodelle nicht befahrbar ist. „Rollstuhlfahrer sind zurzeit auch an der Schwentinemündung ausgeschlossen“, sagt Schulz.

Das städtische Pressereferat bestätigte auf Anfrage, dass der seinerzeit entwickelte städtebauliche Rahmenplan Schwentinemündung und das entsprechende Gestaltungskonzept eine barrierefreie Rampenanlage westlich der früheren Mühle vorsehen. Darauf hätten sich auch die seinerzeitigen Äußerungen der damaligen Oberbürgermeisterin und des Bürgermeisters bezogen. Von diesem Plan solle auch nicht abgewichen werden. Die hier bestehenden eigentumsrechtlichen Verhältnisse hätten die Realisierung eines solchen Vorhabens aber bislang nicht begünstigt. Bei der sich abzeichnenden Weiterentwicklung der Grundstücke wird sich die Verwaltung in Gesprächen mit der Vorhabenträgerin für die Rampenanlage einsetzen.

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