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540 Pfähle für die Kieler Förde

Entmagnetisierungsanlage 540 Pfähle für die Kieler Förde

Februar soll der erste Rammschlag für den Aufbau der Anlage erfolgen. Es ist das Startsignal für das Setzen von 540 Pfählen in der Kieler Förde. Zwischen dem Friedrichsorter Leuchtturm und dem Ufer des ehemaligen Marinefliegerhorstes wird die größte und modernste Entmagnetierungsanlage in Nordeuropa entstehen.

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Die Betonpfähle liegen schon bereit: Die Rammarbeiten beginnen offiziell am 8. Februar.

Quelle: Frank Behling

Kiel.. Jetzt wird es Ernst auf der Förde. Der Bau der neuen Entmagnetisierungsanlage geht Anfang Februar in die heiße Phase.

„Mit dem Rammschlag geht nun endlich der Bau los“, freut sich Henning Dierken, der Leiter des für den Bau zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamtes Lübeck. Seine Behörde ist seit fast zehn Jahren mit dem Projekt beschäftigt. Alle seit 2005 in Dienst gestellten Schiffe der Marine konnten in der alten Entmagnetisierungsanlage nicht mehr vermessen werden.

Die neue Anlage kostet rund 40 Millionen Euro und ist auch für die Vermessung von Schiffen mit einer Länge von 240 Metern und einer Breite von 80 Metern geeignet. Damit könnten theoretisch alle Schiffe der aktuell bei europäischen Nato-Nationen im Dienst befindlichen Schiffe in Kiel entmagnetisiert werden. Die größten derzeit betriebenen deutschen Marineschiffe sind 174 Meter lang und 24 Meter breit. Die neue Entmagnetisierungsanlage bietet damit auch für die Planung zukünftiger Marineschiffe genügend Reserven.

Aufwendige Räumung

Der Bau der Komponenten begann bereits 2014 auf dem Gelände des ehemaligen Marinefliegerhorstes in Holtenau. Die Pfähle der Anlage wurden aus Beton mit ganz speziellen Bewehrungen aus Kunststoff hergestellt. Stahl-Bewehrungen konnten wegen der magnetischen Eigenschaften nicht genommen werden. Außerdem wurde der Grund der Förde rund um die Anlage von sämtlichen Munitionsresten und metallischen Gegenständen gesäubert. Diese Räumung hat fast ein Jahr länger gedauert als zunächst veranschlagt war.

Mit dem Rammschlag werden am 8. Februar ab 11 Uhr die Vorbereitungen für das Einsetzen der Betonpfähle geschaffen. Diese Pfähle tragen später einen in der Förde unter Wasser aufzustellenden Käfig, mit dem verschiedene Magnetfelder erzeugt werden können. Dieser Käfig besteht aus 200 Elementen, die unter Wasser zusammengesetzt werden. Diese Anlage dient dann ab 2018 der Vermessung von modernen Kriegsschiffen und soll bei der Einstellung der magnetischen Eigenschutzanlagen der Kriegsschiffe genutzt werden. Bauherr der 40 Millionen Euro teuren Anlage ist das Wasser- und Schifffahrtsamt Lübeck. Der Wasserbau selbst kostet nach Angaben des Wasser- und Schifffahrtsamt 32 Millionen Euro. Betreiber der Anlage ist die Wehrtechnische Dienststelle 71 der Bundeswehr aus Eckernförde.

Kiel als Anlaufpunkt

An der Finanzierung beteiligt sich auch die niederländische Marine, die zukünftig ihre Einheiten in Kiel vermessen lassen will. Es werden aber auch andere Nationen erwartet. So sollen alle U-Bootneubauten von der Kieler Werft TKMS dort genauso vermessen werden, Schiffe aus Norwegen, Dänemark oder Belgien. Seit der Stilllegung der alten Anlage 2013 können die magnetischen Vermessungen nur in einer Ersatzanlage in Wilhelmshaven erfolgen. Eine ähnlich moderne Anlage wie in Kiel steht derzeit nur in der US-Marinebasis Norfolk, die bislang die modernste Anlage zur Entmagnetisierung in der Nato hatte. Durch die Vermessung der Schiffe und das Einstellen des magnetischen Eigenschutzsystems der Schiffe, verlieren Minen und Torpedos mit magnetischen Zündern ihre Wirkung. Für diese Waffen werden die Schiffe dann „unsichtbar“.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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