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Kiel arbeitet an seiner Visitenkarte

Bauarbeiten Kiel arbeitet an seiner Visitenkarte

Kiel ist im Umbruch. Viele Baustellen prägen schon jetzt das Stadtbild. Und schon in Kürze werden es noch deutlich mehr. 405 Millionen Euro soll die Erneuerung der Innenstadt insgesamt kosten. Bis 2020 sollen viele Projekte fertiggestellt sein.

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Kiels Bürgermeister und Baudezernent an der ZOB-Baustelle: Dort sind die Arbeiten bereits in vollem Gang. An anderen Stellen geht es in Kürze los.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Peter Todeskino steht vor der ZOB-Baustelle und schaut auf den Bohrer. Wegen eines Maschinenschadens am Bohrgerät (wir berichteten) ruhen die Bauarbeiten derzeit, Ende kommenden Jahres soll hier aber der neue ZOB samt Parkhaus eröffnet werden. „Wenn wir uns die ZOB-Baustelle angucken, wird eigentlich klar, worum es geht: Das alte Provisorium aus den 70er-Jahren verschwindet. Dafür entsteht etwas Neues, Modernes“, sagt der Kieler Bürgermeister und Baudezernent. Er persönlich glaubt, dass die Stadt in vier Jahren nicht wiederzuerkennen ist. „Die Innenstadt wird dann viel mehr die Visitenkarte der Stadt sein als bisher.“

Haltestellen werden verlegt

Seinen Teil dazu beitragen wird der Kleine Kiel-Kanal, der nach Ansicht des Bürgermeisters die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt verbessern wird. Das 150 Meter lange Becken soll den Kleinen Kiel mit dem Bootshafen verbinden. Entlang des Kanals sollen verschiedene Vegetationsflächen entstehen, ebenso eine Baumreihe, Sitzgelegenheiten und ein Boardwalk – ein Weg mit maritimem Holzbelag. Rechts und links des Holstentörns sollen die Gebäude umgestaltet werden, im Erdgeschoss werden Restaurants und Cafés angesiedelt. Für den Autoverkehr wird der Bereich gesperrt. In wenigen Wochen werden die Stadtwerke mit den nötigen vorbereitenden Maßnahmen beginnen, ab Spätherbst sollen dann die Haltestellen der KVG schrittweise verlegt werden. Der Start der eigentlichen Bauarbeiten ist derzeit für Juni 2017 geplant. Nach der Kieler Woche wird dann auch die Holstenbrücke voll gesperrt werden.

Hier sehen Sie eine Karte zu den Baustellen in Kiel:

Damit auch die Umgebung des Kleinen Kiel-Kanals ins moderne, attraktive Bild passt, werden das ehemalige Woolworth-Gebäude sowie die Markthalle und das ehemalige C&A-Gebäude abgerissen. Am ehemaligen Woolworth-Standort soll ein neues Geschäftshaus entstehen. Im neuen Gebäudekomplex am Bootshafen sind Geschäfte, Wohnungen und ein Hotel geplant. Auch diese Arbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen.

Rund 200 neue Wohnungen bis 2018

Zur Verbesserung der Atmosphäre in der Innenstadt trage auch die Ansiedlung von Wohnraum bei, ist sich der Bürgermeister sicher. Diese entstehen vor allem im Bäckergang, dem Schlossquartier und an der Alten Feuerwache. Die rund 130 Wohneinheiten hier sind voraussichtlich noch in diesem Jahr bezugsfertig. Der Spatenstich für das Schlossquartier war im Februar dieses Jahres, voraussichtlich 2018 sollen die ersten Bewohner in die rund 200 Wohnungen einziehen können. Die Wohnungen im Bäckergang sind schon bezogen.

Die Abrissarbeiten im Kieler Schlossquartier sind in vollem Gange.

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Ein Ende des Baubooms ist nicht in Sicht: An der Kaistraße sollen Hotels und Bürogebäude entstehen. Vor der Sparkassen-Arena ist, wie berichtet, der Bau eines Hotels geplant. Auf dem KN-Areal an der Hohen Straße sollen nicht nur das Stadtarchiv und Teile der Verwaltung unterkommen, auch Wohnungen sollen hier entstehen. „Wir entwickeln die Innenstadt aus einem schweren Stand heraus weiter“, sagt Peter Todeskino. Mit den zahlreichen Bauprojekten werde an der einen oder anderen Stelle zu Ende geführt, was nach dem Krieg begonnen wurde. Und dazu gehöre auch der ZOB.

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Ein Artikel von
Anne-Kathrin Steinmetz
Lokalredaktion Kiel/SH

Anne Steinmetz zu Kiels geplanten Veränderungen

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