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Bäckergang erhält Bauherren-Preis

Architektur Bäckergang erhält Bauherren-Preis

Im Bäckergang entstand aus Sicht der Stadt und des Beirates für Stadtgestaltung ein in drei Blöcken gegliederter Ziegelbau mit interessanten Details. Das Wohnprojekt bekam daher den Bauherren-Preis 2015.

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Die Wohnanlage Bäckergang besticht durch moderne, differenziert gestaltete Ziegelbauten. Im Sommer 2014 zogen die ersten Bewohner in die seniorengerechten
41 Mietwohnungen ein. Die 26 Eigentumswohnungen sind alle verkauft.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Alle Redner waren sich einig: Die schönste Vorstellung eines Architekten nutzt nichts, wenn der Bauherr nicht mitzieht.Bürgermeister Peter Todeskino (Grüne) nimmt den Fortgang der Wohnbebauung fast täglich in Augenschein, nämlich dann, wenn er an dem Komplex vorbeiradelt. Was er dann sieht, gefällt ihm als Stadtrat für Stadtgestaltung: Hier sei ein Platz mit Gastronomie entstanden, an dem man sich wohlfühlen könne, lobte er und sprach von einer städtebaulichen Aufwertung der Kieler Vorstadt. Nachdem viele Jahre lang verfallene Werkstattbetriebe und Garagen das Erscheinungsbild der Straße zwischen Sparkassen-Arena und Walkerdamm geprägt hatten, entstanden für eine 20-Millionen-Euro-Investition 41 Mietwohnungen für Senioren und 26 Eigentumswohnungen. Schon während des Richtfestes freute sich laut Geschäftsführer Bernd Hoffmeister die Bauherrin, die Kieler Stadthaus GmbH, dass sie dank des Einsatzes der Stadt die einstige Industriebrache in ein hochwertiges Wohnquartier in bester Lage habe umwandeln können. Architekt Roloff Werner von der DHBT Architekten GmbH (Kiel) plauderte aus dem Nähkästchen, als er beschrieb, wie dynamisch das Modell wuchs, indem er gemeinsam mit Todeskino der Bauherrin die Klötzchen hin und her schob, bis die Gestaltung konkrete Formen annahm.

Aus Sicht des Beirats der Stadtgestaltung entstand ein Ensemble, das sich nahtlos in die Umgebung einfügt, obwohl das Areal auch wegen der Enge schwierig zu bebauen war. Von den Loggien über Balkone bis hin zu den unterschiedlich gefassten Raumkanten – durch die hellen Ziegelsteine sei eine Einheit entstanden, die sich aber in den Details vielfältig zeige, begründete Björn Bergfeld, Vorsitzender des Beirates für Stadtgestaltung, warum das Beratergremium den Bäckergang als preiswürdig einstufte. Die turmartigen Wohngebäude vermittelten „aus der Ferne den Eindruck der Geschlossenheit, ermöglichen aber einen offenen Blick in die dahinterliegenden Innenhöfe“, heißt es in der Begründung.

Der undotierte Preis wird seit 2006 alle drei Jahre von der Stadt verliehen. Für die ersten drei Auszeichnungen 1984, 1988 und 2003 war der 1947 gegründete Beirat noch selbst verantwortlich. Das Expertengremium befasst sich seit 70 Jahren mit allen wichtigen Bauvorhaben in Kiel und berät die Landeshauptstadt auch weiterhin bei der Auswahl der Gebäude, die mit dem Bauherrenpreis ausgezeichnet werden. Das gehe manchmal nicht ohne Streit ab, sagte Todeskino, Mitglied im Gremium, und spielte auf die Kritik von Propst Thomas Lienau-Becker am angeblichen „städtebaulichen Vandalismus“ durch den geplanten Bürokomplex an der Kaistraße an. Dessen Erst-Entwurf musste nach Abstimmung mit dem Beirat, dem Architekten, Stadtplaner und Landschaftsplaner aus Kiel und Umgebung angehören, abgeändert werden.

Das Wohnviertel Bäckergang, dessen Bau 2012 begann, war auch Bestandteil des Tages der Architektur im Juni 2015. Es gehörte zu den 27 neuen oder umgebauten Häusern, die Besuchern ihre Türen für Führungen öffneten.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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