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An der Hörn schließen sich die Lücken

Bauprojekte An der Hörn schließen sich die Lücken

Die Entwicklung an Kiels Sahne-Adresse Hörn steht nach langem Stillstand vor einem Durchbruch. Die Projektgemeinschaft von zehn regionalen Unternehmen legte eine Machbarkeitsstudie vor, die es in sich hat: Danach sollen ab 2018 auf 11000 Quadratmetern 342 Wohnungen, Gastronomie und Gewerbe entstehen.

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Ab 2018 will die Projektgemeinschaft Hörnbebauung auf 11000 Quadratmetern insgesamt 342 Wohnungen, Gastronomie und Gewerbe entstehen lassen.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Für die Stadt wäre es das größte Wohnbauprojekt der nächsten Jahre. Ein großer Schub nach vorn, freut sich Oberbürgermeister Ulf Kämpfer nach eigenen Angaben „unbändig“. Das geplante Investitionsvolumen beträgt 120 Millionen Euro.

 Die Projektgemeinschaft Hörnbebauung GbR erhielt im September 2015 die Anhandgabe, ein städtebauliches Konzept für drei städtische Baufelder zu entwickeln. „Wir sind uns sicher, als Akteursgruppe kriegen wir die Hörnbebauung, die sehr anspruchsvoll ist, hin“, erklärte Helmut Knüpp, Vorstandsvorsitzender der Wankendorfer Baugenossenschaft. Die Rahmenbedingungen seien angesichts niedriger Zinsen gut.

 Wie sie sich Wohnen und Leben an der Hörn vorstellt, skizzierte die Projektgemeinschaft im Bauausschuss: Vor allem die Mischnutzung mit 175 Eigentumswohnungen, genossenschaftlichem Mietwohnungsbau (davon 70 öffentlich geförderte Wohnungen), Gewerbe und Gastronomie soll nahe dem Stadtzentrum ein „lebendiges Quartier mit hochwertigem baulichem und energetischem Standard“ ermöglichen. Die wachsende Stadt werde sichtbar und könne Wohnungen für alle Bedarfe anbieten, meint Kämpfer. Eine Entwicklung, die er nicht nur auf die Hörn beschränkt: Mit Blick auf das entstehende Hörnbad und die Pläne für einen neuen Büro-Komplex und Hotel in der Kaistraße ist er überzeugt, dass „die gesamte Stadteinfahrt in wenigen Jahren ein neues Gesicht zeigen wird“.

 Dass sich zehn Investoren zusammentun, um drei städtische Grundstücke gemeinsam zu kaufen und ein Konzept für die Bebauung vorzulegen, ist bisher einmalig in Kiel. „Wir kennen uns, profitieren voneinander und versuchen, die Zusammenarbeit im Gleichrang über den Ankauf hinaus fortzusetzen. Es besteht eine gute Chance, das Projekt gemeinsam zu realisieren“, ist Knüpp optimistisch.

 Etwa 5000 Quadratmeter stehen für Gewerbeeinheiten zur Verfügung, 460 Quadratmeter für Gastronomie. Spätere Bewohner und Nutzer des Areals sollen 350 Tiefgaragenstellplätze vorfinden. Der angebotene Kaufpreis wird derzeit noch gutachterlich geprüft, nachdem die Bauvoranfrage der Projektgemeinschaft bereits positiv beschieden wurde. Kommt es wie erwartet noch 2016 zum Kaufvertrag, will der Zehner-Bund zusammen mit der Stadt einen Architektur-Wettbewerb auf den Weg bringen. Mit der künftigen Nachbarin, der Investitionsbank, lotet die Gemeinschaft gemeinsame Interessen aus, etwa eine gemeinsame Nutzung einer Kita und eines geplanten Parkhauses. Im Juni 2015 überraschte die Ankündigung der Investitionsbank, ihre acht über das Stadtgebiet verteilten Standorte aufzugeben und sich in einem Neubau an der Hörn zu vereinen. Die bisherigen Pläne der Förderbank sehen vor, ein Zentralgebäude auf drei städtischen Grundstücken in L-From bis hinter den Telekom-Komplex zu errichten und damit in direkter Nachbarschaft zu den geplanten Bauten der Projektgemeinschaft. Frühester Einzugstermin für die 521 Mitarbeiter wäre danach Mitte 2018, dann, wenn auch die 342 Wohnungen stehen sollen.

 Auch für die übrigen Baufelder rund um das Projekt ist die Gemeinschaft im Gespräch mit den Eigentümern wie Sybille Schmid-Sindram. Die Hauptgenossenschaft Nord AG signalisierte der Initiative bereits, ihre wasserseitigen, noch unbebauten Grundstücke vor ihrem Betriebsgebäude zu verkaufen.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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In der Vergangenheit gewann man oft den Eindruck, als dauere es in der Landeshauptstadt besonders lange, bis wichtige Bauprojekte an Schwung gewannen. Aber seit einigen Monaten kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus.

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