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Neues Kraftwerk in Kiel für 290 Millionen Euro

Baustart im November Neues Kraftwerk in Kiel für 290 Millionen Euro

Startschuss für das größte Investitionsprojekt in der Geschichte der Stadtwerke Kiel: Der Aufsichtsrat hat am Freitag grünes Licht für den Bau des neuen Gasmotorenheizkraftwerks auf dem Kieler Ostufer gegeben. Für insgesamt 290 Millionen Euro soll dort bis Herbst 2018 das „Küstenkraftwerk Kiel“ entstehen.

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Der Wärmespeicher (links) ist schon fertig, nun kann auch mit den Arbeiten für das neue Gasmotorenkraftwerk begonnen werden.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Das kohlebetriebene Gemeinschaftskraftwerk (GKK), das derzeit die Energieversorgung in der Region sicherstellt, wird im Frühjahr 2018 nach dann 48 Jahren abgestellt.

„Es ist für uns ein historischer Tag“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Stadtwerke, Frank Meier, unmittelbar nach der Aufsichtsratssitzung. Das europaweit einzigartige Projekt setze „neue Maßstäbe in Sachen Flexibilität, Effizienz und ökologischer Nachhaltigkeit“. Auch Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) sprach von „einem der bedeutsamsten Tage“ seiner Amtszeit. Aufsichtsratschef Georg Müller lobte vor allem die technischen Möglichkeiten, die mit dem neuen Kraftwerk verbunden seien. Es ermögliche den „Wandel von der früheren in die neue Energiewelt“. Nach Darstellung der Stadtwerke können die 20 Gasmotoren, die in vier Blöcken zusammengefasst werden, in nur fünf Minuten auf Volllast gebracht werden. „So können wir jederzeit auf den Bedarf reagieren“, sagte Technikvorstand Jörg Teupen. Das neue Kraftwerk soll rund 70 Prozent weniger CO2 ausstoßen als das alte GKK. Mit Hilfe der Kraft-Wärme-Koppelung erzeugt das Küstenkraftwerk gleichzeitig Strom und Wärme. Teupen kündigte an, dass mit den ersten Arbeiten bereits in diesem Monat begonnen werden soll. Als erstes werden die Pfähle für das Fundament der neuen Motorenhalle in den Boden gerammt.

 Für den Betrieb des neuen Kraftwerks sind nach Fertigstellung rund 30 Arbeitskräfte nötig. Zum Vergleich: Im GKK sind derzeit noch mehr als 100 Menschen beschäftigt. Die Stadtwerke wollen aber auch einen Teil ihrer derzeitigen Mitarbeiter an den neuen Standort umziehen lassen, sodass auf dem Ostufer mittelfristig rund 50 bis 80 Mitarbeiter beschäftigt sein sollen. Bis dahin wird das Gelände in Dietrichsdorf zur Großbaustelle: Spätestens im nächsten Jahr werden dort bis zu 400 Menschen arbeiten.

 Für das Frühjahr 2018 ist eine „heiße Inbetriebnahme“ geplant. Der kommerzielle Betrieb soll dann im Herbst beginnen. „Es ist ein extrem ehrgeiziges und anspruchsvolles Projekt“, sagte Teupen. Er sei jedoch sehr zuversichtlich, dass alles pünktlich und im vorgegeben Kostenrahmen errichtet werde. Ebenfalls in diesem Monat soll der fertiggestellte Wärmespeicher in Betrieb gehen, mit dessen Hilfe mehr als 70000 Fernwärmekunden in der Region Kiel versorgt werden.

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Ein Artikel von
Kristian Blasel
Ressortleiter Lokalredaktion/Kiel

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Die Erleichterung war den Verantwortlichen an den Gesichtern abzulesen. Hätte sich nämlich die Förder-Zusage aus Brüssel weiter verzögert, wäre es für Stadt und Stadtwerke richtig teuer geworden. Ohne Baubeschluss hätten nicht nur die Verträge mit den Baufirmen neu verhandelt werden müssen.

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