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Bauwagen der Stadt gestohlen

Falckensteiner Strand Bauwagen der Stadt gestohlen

Hups, was waren das denn für dreiste Diebe? Als am vergangenen Mittwoch ein Mitarbeiter am Falckensteiner Parkplatz am Koppelberg vorbeifuhr, war irgendetwas anders.

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Fast 15 Jahre lang stand der bunte Bauwagen am Parkplatz am Falckensteiner Strand. Nun haben ihn Diebe einfach mitgenommen.

Quelle: hfr

Kiel. Es dauert etwas, bis dem Mann von der „Festung Friedrichsort“, die seit Jahren hier für die Stadt Kiel die Parkraumüberwachung übernommen hat, dämmerte, was es war. Der große, bunt bemalte Bauwagen rechts am Eingang des Parkplatzes fehlte. „Der wird bestimmt gerade für die kommende Saison fit gemacht“, dachte sich der Mitarbeiter. Doch ziemlich schnell stellte sich heraus, dass das nicht der Fall war. Den Bauwagen muss stattdessen jemand gestohlen haben. Nun hofft die Stadtverwaltung auf aufmerksame Bürger. Auch in den sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter läuft die Suche nach dem Wagen auf Hochtouren.

 „Der Diebstahl ist ein herber Verlust“, sagt Stadtsprecher Joachim Kläschen. „Seit mindestens 2002 diente der Bauwagen als Materiallager für die Ausrüstung der Parkraumüberwacher. Zudem war der Wagen Unterkunft für die Mitarbeiter, die die Parktickets ausgeben.“ Wie man mal eben bei Nacht und Nebel einen großen Bauwagen verschwinden lassen kann, ist allen schleierhaft. Und alle Beteiligten hoffen, dass irgendjemand etwas gesehen hat.

Ordentlich am Rotieren ist Matthias Kolbe vom städtischen Tiefbauamt. „Man bekommt nicht mal eben einen Ersatz“, sagt er. Ähnliche Bauwagen werden zum Preis von bis zu 10.000 Euro gehandelt. „Vermutlich werden wir für diese Sommersaison erst einmal ein Leihobjekt anschaffen.“ Auf Dauer geht er aber davon aus, dass die Stadt einen Container kaufen wird. Noch in dieser Woche wird Matthias Kolbe zusammen mit seinem Team versuchen, Ersatz für das gestohlene Material zu beschaffen. Schilder, Absperrstangen und vieles mehr sind nötig. Die Zeit ist denkbar knapp. Die Saison beginnt offiziell am 1. Juni. „Ist das Wetter aber gut, kann es auch schon zwei Wochen eher starten“, meint Matthias Kolbe.

Mit großem Bedauern reagiert auch Kai Indorf auf das Verschwinden des Wagens. Der 55-jährige Pädagoge hatte vor knapp 15 Jahren zusammen mit zwei Kieler Jugendlichen den einst schlichten Bauwagen zu dem bunten Kunstwerk gemacht, das die Kieler kennen und schätzen gelernt haben. „Das städtische Bauamt hatte damals bei mir angefragt“, erinnert sich Kai Indorf. Sofort war er begeistert. Für 150 Euro wurden Sprühdosen angeschafft und dann wurde eine Woche lang gesprüht, was das Zeug hielt. Maritim sollte es werden. Das sei die einzige Vorgabe gewesen.

Schnell entstanden Leuchtturm, Gorch Fock, Möwe, und sogar der Bär als Maskottchen des Tiefbauamtes – hier sogar ganz maritim mit einem Rettungsring. Und auf eine Seite wurde auch ein „Style“, ein typischer Graffiti-Schriftzug, gesetzt. „Damals schlugen die Wellen beim Thema Graffiti noch hoch“, erinnert sich der Pädagoge, der auch heute noch viele Mal-Aktionen in Kiel und an Kieler Schulen macht. „Immer wenn ich in Falckenstein war, hab’ ich mich gefreut, wenn ich unser Werk gesehen habe“, sagt er. „Schade, dass der Bauwagen nun verschwunden ist.“

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Ein Artikel von
Kristiane Backheuer
Lokalredaktion Kiel/SH

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