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Löschboot für Feuerwehr Kiel in Reichweite

Bedarfsplan Löschboot für Feuerwehr Kiel in Reichweite

Es gibt wenige Organisationen, die quer über alle Parteigrenzen hinweg ein solch hohes Ansehen genießen wie die Kieler Feuerwehr. Das zeigte sich an dem einmütigen Lobgesang, mit dem die Ratsmitglieder der Fortschreibung des Feuerwehrbedarfsplans in der jüngsten Sitzung zustimmten.

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Noch heute bedauern Kommunalpolitiker, dass das Feuerlöschschiff „Kiel“ die Landeshauptstadt 2012 verlassen hat. Jetzt wird über einen Ersatz nachgedacht, um die wasserseitige Notfallversorgung sicherzustellen.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Der Bedarfsplan zieht eine Neuorganisation nach sich, die auf den Gutachterempfehlungen zur Wirtschaftlichkeit und Organisationsstrukturen der Feuerwehren in Kiel und Lübeck basieren soll. Wie berichtet, hatten die Experten eine Sicherheitslücke beim Brandschutz nördlich des Kanals festgestellt und die Schaffung einer dritten Wache in Friedrichsort oder Holtenau ins Spiel gebracht: In den Stadtteilen waren die geforderten Hilfsfristen von acht bis zehn Minuten bis zum Eintreffen des ersten Löschfahrzeugs nicht immer einzuhalten. Empfohlen wurde auch, den Brandschutz in Mettenhof zu verbessern, vor allem aber mit dem Havariekommando zu verhandeln, um die maritime Notfallvorsorge wieder aufzunehmen. 2012 hatte die Stadt Kiel das 1986 gebaute Feuerlöschschiff „Kiel“ ans Havariekommando übergeben. Die Besatzung kommt bei Bedarf aus Hamburg. Brennt es auf Förde oder Kanal, müsste sie eigentlich anrücken, da Kiels Hafengrenze offiziell beim Ostuferhafen endet. Auch hier fanden die Gutachter des Büros Luelf und Rinke klare Worte: „Wenn das brennende Schiff im Zuständigkeitsbereich des Bundes schwimmt, hilft es wenig, sich auf die Zuständigkeit zu berufen. Spätestens wenn es bei ihnen in Kiel an den Kai treibt, beschäftigt es sie.“ Die Gutachter schlagen vor, ein leistungsfähiges Löschboot anzuschaffen. Gute Noten verteilten sie jedoch für die Zusammenarbeit zwischen Berufsfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr.

"Hilfeleistungslöschboot" rückt näher

Dass sich der Bedarfsplan nach den „spannenden Anhaltspunkten“ der Gutachter ausrichten soll, begrüßen die Innenpolitiker Falk Stadelmann (SPD), Dagmar Hirdes (Grüne) und Marcel Schmidt (SSW). Aber „mit etwas trauriger Gewissheit sehen wir uns bestätigt in unserer Annahme, dass eine wasserseitige Gefahrenabwehr die Ausrüstung mit einem Hilfeleistungslöschboot verlangt“, erinnern sie an die Aufgabe der „Kiel“, die sie auch mit Initiativen in der Ratsversammlung nicht hatten verhindern können. Doch im Interesse der öffentlichen Sicherheit wolle man einen Ersatz, womöglich durch ein kleineres Löschboot, unterstützen. Ähnlich argumentiert auch Christina Musculus-Stahnke, Fraktionsvorsitzende der FDP: „Die Finanzierung wird schwierig werden, aber hier geht unsere Sicherheit vor.“ Für die CDU-Ratsfraktion hat es „höchste Priorität, die Feuerwehr auch weiterhin bedarfsgerecht auszustatten und bestmöglich zu organisieren“. Der jetzige Beschluss, den aus dem Jahr 2007 stammenden Bedarfsplan fortzuschreiben, sei ein wichtiger Schritt auf diesem Weg, erklärte der feuerwehrpolitische Sprecher der CDU, Bernhard Krumrey.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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Feuerwehr-Gutachten
Foto: Der letzte Großeinsatz des Kieler Löschschiffes war im Juni 2009 der Paraffin-Brand an der Bunkerstation im Binnenhafen Holtenau.

Ein Gutachten hat Lücken bei der Brandbekämpfung an Land und zu Wasser aufgedeckt. Die Kernaussage: Kiel braucht wieder ein Feuerlöschboot. Szenarien wie ein Schiffsbrand im Kanal, ein Gefahrgutunfall im Stadthafen oder ein Feuer auf einem Kreuzfahrtschiff erfordern eine wasserseitige Komponente.

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