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„Brot am Haken – Ich geb’ einen aus“

Bedürftigenhilfe „Brot am Haken – Ich geb’ einen aus“

Wer sich kein Brot vom Bäcker leisten kann, soll trotzdem eines bekommen: Diese Idee liegt der Aktion „Brot am Haken – Ich geb’ einen aus!“ zugrunde, mit der Pawel Bolt von der Bäckerei Knuust in der Hofholzallee bisher gute Erfahrungen gemacht hat.

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Wer sich kein Brot vom Bäcker leisten kann, soll trotzdem eines bekommen: Pawel Bolt von der Bäckerei Knuust hat mit der Aktion „Brot am Haken“ gute Erfahrungen gemacht.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. „Wir sind nur die Vermittler“, sagt der 32-jährige Bäckermeister, „die Nachbarschaft hilft sich gegenseitig.“ Und das machen Bolts Kunden, indem sie den Laib Brot für jemand anderen einfach mitbezahlen. Den Kassenbeleg heften sie an eine Magnettafel neben dem Verkaufstresen. Bedürftige können diese Gutscheine dann einlösen. Die Idee zum „Brot am Haken“ kommt Bolt zufolge ursprünglich aus den USA. Eine Kundin berichtete ihm, dass die Aktion auch in Süddeutschland funktionierte – und seit fast drei Jahren tut sie das nun in Kiel.

„In unserem Stadtteil gibt es viele Menschen, die jeden Euro zweimal umdrehen müssen“, sagt Bolt. „Niemand muss belegen, dass er bedürftig ist – und niemand muss sich schämen, einen der Kassenbelege einzulösen.“ Zwar müssten sich einige erstmal dazu durchringen, so ein gesponsertes Brot anzunehmen. „Aber die Aktion tut ja nicht weh, sie ist unbürokratisch und anonym.“ Daher habe sich bisher auch noch keine feste Gruppe herausgebildet, die das Angebot übermäßig ausreizen würde, sagt Bolt. „Das Spektrum reicht von der Familie mit zwei kleinen Kindern bis hin zur Seniorin mit der kleinen Rente.“ Und anders als er ursprünglich dachte, seien es nur sehr vereinzelt Obdachlose, die die Coupons einlösen.

Unterstützt wird die Initiative des Bäckers von der Claus-Harms-Kirchengemeinde. So hat etwa eine Konfirmandengruppe die Magnettafel gestaltet. Und da der Mensch nicht vom Brot allein lebt, sondern auch einmal ein gewisses Extra gut vertragen kann, hängen an dieser Tafel mitunter auch Belege, die in ein Stück Sahnetorte oder eine Tasse Kaffee getauscht werden können. In dieser Hinsicht ähnelt „Brot am Haken“ etwa dem Modell der Aktion „Suspended Coffee – Aufgeschobener Kaffee“. Laut entsprechender Internetseite können Kieler inzwischen an sieben Standorten im Stadtgebiet einen Fremden auf ein Heißgetränk einladen.

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