25 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Begrüßungsgeld zahlt sich für Kiel aus

Neubürger Begrüßungsgeld zahlt sich für Kiel aus

Auch Städte setzen im Wettbewerb um junge, kluge Köpfe auf Imagepflege durch Anreize. Ein erfolgreiches Instrument, die Anmeldung des Hauptwohnsitzes zu versüßen, ist für Kiel das Ende 2003 eingeführte Begrüßungsgeld für Studierende. Bis 2019 soll die Regelung nun verlängert werden.

Voriger Artikel
Das müssen Sie über #KN_WLAN wissen
Nächster Artikel
Staatsschutz ermittelt gegen „Kieler Liste“-Urheber

Wer an einer der drei Hochschulen studiert und sich mit Erstwohnsitz in Kiel anmeldet, erhält nach Ausfüllen eines entsprechenden Antrags 100 Euro von der Stadt.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Die Stadt Kiel plant jetzt, die einmalige Auszahlung von 100 Euro Begrüßungsgeld, die seit 2013 auch Auszubildende und Berufsfachschüler erhalten, bis zum März 2019 zu verlängern. 600 bis 700 Neue erwartet allein die Kieler Universität zum bevorstehenden Start des Sommersemesters. Zwar deutlich weniger als zum Wintersemester, wenn mehr als 7000 Studienanfänger an Kiels Hochschulen stürmen. Doch jeder von ihnen, der Kiel zum Hauptwohnsitz kürt, kann sich auf den Bonus der Stadt freuen.

 Eine Landeshauptstadt Kiel, die in Schulden versinkt, verschenkt Geld? Was am Anfang noch Kopfschütteln auslöste, erwies sich mit der Zeit als kluge Rechnung: Denn seit Kiel das Begrüßungsgeld auszahlt, schnellte die Zahl der Anmeldungen mit erstem Wohnsitz in die Höhe. Da die Stadt Zuweisungen aus dem Finanzausgleich nach Anzahl der Bürger – im Jahr pro Kopf etwa 800 Euro – kassiert, sorgt der Anmeldebonus für deutlich höhere Einnahmen, als er die Stadt kostet. Die Gesamtausgaben betrugen 2015 etwa 230000 Euro. Auch Finanzdezernent Wolfgang Röttgers (SPD) stellt fest: „Die zusätzlichen Einnahmen betragen ein Mehrfaches des ausgezahlten Begrüßungsgeldes. Melden sich also Studierende und Auszubildende aufgrund des Begrüßungsgeldes in Kiel an, zahlt es sich für beide Seiten aus.“

Begrüßungsgeld ist wahrer Segen für Kiel

 Viele Studierende, das belegen auch die Erfahrungen anderer Städte, hätten sich ohne die Willkommensgeste nicht registrieren lassen, sondern wären bei den Eltern gemeldet geblieben. Seinen Hauptwohnsitz für mindestens ein Jahr in die Studienstadt zu verlegen, sei aber nicht nur ein reiner Verwaltungsakt – er erhöhe auch die Bindung und Identifizierung, begründeten die Politiker damals ihren Vorstoß.

 Für Kiel entpuppt sich der mit Barem untermauerte Willkommensgruß an bisher etwa 22000 Studierende seit 2004 daher als wahrer Segen. Denn seitdem stieg die Bevölkerungszahl kontinuierlich auf derzeit etwa 242000. Pro Jahr stellen mehr als ein Drittel aller Studienanfänger einen Antrag, deutlich mehr als in der Vergangenheit. Aufgrund der guten Kieler Erfahrungen übernahm Kronshagen 2014 das Modell und zahlt seitdem Studierenden und Auszubildenden 150 Euro zur Begrüßung aus. In diesem Jahr erhielten nach Angaben von Bettina Lentsch vom Kieler Bürger- und Ordnungsamt bereits etwa 2300 junge Menschen, zu 85 Prozent Studierende, das Geldpräsent.

 Jetzt will die Stadt die Regelung bis zum Jahr 2019 verlängern und legt der Ratsversammlung am 18. März eine entsprechende Vorlage zur Abstimmung vor. Die Auszahlung erfolge nur dann, mahnen Lentsch und sein Mitarbeiter Jürgen Hinrichsmeyer, wenn derjenige persönlich im Rathaus (Fleethörn 9, Eingang Waisenhofstraße, Zimmer 139-142) erscheine und neben dem gültigen Studien-, Schul- oder Ausbildungsnachweis einen Personalausweis oder Reisepass mitbringe. Diese Ermahnung kommt nicht von ungefähr: Denn viele hätten das eine oder andere Dokument beim ersten Mal nicht dabei, sagt Lentsch.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3