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Wohltätige Tänzchen in Ehren

Benefizaktion Wohltätige Tänzchen in Ehren

„Niemand muss alleine essen.“ So lautet seit 21 Jahren die Devise bei der St. Markus-Kirchengemeinde in Gaarden. Immerhin schon seit sechs Jahren ist damit außerdem eine besondere Benefizaktion verbunden.

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Der Mann am Mischpult: Volker Strauß fördert schon seit mehr als 40 Jahren das Tanzvergnügen.

Quelle: Martin Geist

Gaarden. Einmal im Monat bittet ein kleines Team von Ehrenamtlern zum Tanztee ins Gemeindezentrum und spendet den Erlös für den Mittagstisch.

 Mit Olympia 1972 begann die Karriere von Volker Strauß als Discjockey. Für die Landjugend Rodenbek/Hohenhude stellte er gemeinsam mit seinem Kumpel Alfred Harbski erstmals einen Tanzabend auf die Beine. Und blieb dann seinem Hobby bis heute treu. Die ganz großen Säle will Strauß zwar nicht mehr bespielen. „Aber wenn ich anderen eine Freude machen und etwas Sinnvolles tun kann, bin ich gern dabei“, erzählt er.

 Genau das war die Motivation, um vor sechs Jahren erstmals zum Tanztee in die Oldenburger Straße zu bitten. Zwischen 20 und 40 Frauen und Männer sind meist dabei. Strauß ist damit zwar irgendwie ganz zufrieden, meint aber auch: „Es könnten ein paar mehr sein.“

 Wer tanzend mit von der Partie ist, sieht es eher anders. Nicht so voll, bedeutet schließlich auch eher mehr Platz auf dem Parkett. Was der ganz überwiegend schon im Rentenalter angekommenen Zielgruppe durchaus zupass kommt. Discofox ist verpönt in dieser Runde, statt dessen gibt man sich mit ausladenden Bewegungen Rumba, Cha-Cha-Cha und Wiener Walzer hin.

 „Solche Gelegenheiten gibt es nicht oft für unsere Generation“, sagt eine Frau, die eigentlich Ischias-Probleme hat, aber trotzdem gekommen ist, weil sie einfach gar zu gern tanzt. Darüber freut sich auch DJ Volker Strauß, der sich zwischendurch immer mal wieder seine Frau Silke schnappt und sie aufs Parkett entführt. Diesmal war die Gemahlin aber auch an anderer Stelle stark gefordert. Aus gegebenem Anlass buk sie gleich sechs Torten, denn ihr Mann ließ es sich nicht nehmen, sogar an seinem 67. Geburtstag zum Tanztee (und eben auch zu Kaffee und Kuchen einzuladen).

 Pastor Tom Beese posaunte derweil dem engagierten Discotheker zu Ehre ein Ständchen, denn Leute wie Strauß sind ein Gewinn für jede Gemeinde. Der Verkauf von Kaffee und Kuchen bringt jedes Mal zwischen 40 und 50 Euro und trägt mit dazu bei, dass sich der Zuschussbedarf für den Mittagstisch einigermaßen in Grenzen hält. 15000 Euro im Jahr muss die Gemeinde trotzdem aus eigener Tasche aufbringen, doch ernsthaft in Frage stand der Mittagstisch in Gaarden deswegen eigentlich nie.

 30 Essen bringt die überwiegend ehrenamtlich arbeitende Mittags-Mannschaft jeden Montag bis Freitag auf den Tisch von St. Markus. Die Besucher kommen nicht nur aus dem Stadtteil, sondern sogar aus entfernten Vierteln, etwa aus Friedrichsort. Zwar ist der Preis mit 1,50 Euro pro Essen überschaubar, doch für viele Gäste stellt das aus Sicht von Pastor Beese nicht die entscheidende Größe dar: „Es geht um Gemeinsamkeit“, betont er. Längst haben sich nach seinen Angaben kleine Grüppchen gebildet, die so gut wie immer am Tisch zusammensitzen. Darunter sind viele Witwer und andere All einstehende, die sonst allein in ihren Wohnungen zu Mittag essen müssten – und dabei auf ziemlich trübsinnige Gedanken kämen.

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