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Touristen sorgen für Gewinne

Beliebte Hafenrundfahrten Touristen sorgen für Gewinne

Die Fördeschifffahrt in Kiel ist auf gutem Kurs. Nach Jahren der Verluste gelang es der Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel im vergangenen Jahr, erstmals wieder schwarze Zahlen im Bereich Touristik zu schreiben. Damit war neben der Schleppschifffahrt auch der Sektor mit den Hafenrundfahrten im Plus.

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Die Hafenrundfahrten in Kiel sind so beliebt wie nie. Im vergangenen Jahr schrieb diese Sparte erstmals schwarze Zahlen.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Der Bereich Fährschifffahrt als Teil des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) schreibt dagegen weiter tiefrote Zahlen. Das gab SFK-Geschäftsführer Andreas Schulz bei einem Vortrag vor dem Nautischen Verein zu Kiel bekannt.

„Wir konnten in der Sparte Touristik 2016 erstmals einen kleinen Überschuss erzielen“, so Schulz. Konkret waren es 86000 Euro, die durch das Angebot bei Hafenrundfahrten oder Ausflugsfahrten erwirtschaftet wurden. 2011 gab es in diesem Bereich noch ein Minus von 94000 Euro. Grund für das gute Ergebnis sind der niedrige Treibstoffpreis für Diesel und das gute Wetter im Sommer 2016, so Schulz weiter. Der niedrige Dieselpreis konnte auch das Defizit in der Fährfahrt senken – bei der Linienfahrt sank es auf 616000 Euro. Zum Vergleich: Noch 2012 gab es ein Defizit beim maritimen ÖPNV von über einer Million Euro. Auf den drei Linien F1, F2 und dem Norddreieck konnte die SFK dafür die Passagierzahlen stabil halten. Insgesamt wurden 2016 1,403 Millionen Menschen mit den fünf Fahrgastschiffen und zwei Kombischiffen befördert. Die Umsatzerlöse der Reederei sanken jedoch von 7,642 Millionen Euro auf 7,240 Millionen Euro – was an Rückgängen bei der Schleppschifffahrt lag. Gleichwohl konnten die vier Schlepper 2016 genug Einnahmen erzielen, um die Defizite bei der Personenschifffahrt auszugleichen.

Probleme bereiten der Reederei nur die Ersatzteilbeschaffung und die Wartung der über 30 Jahre alten Passagierschiffe „Laboe“, „Heikendorf“, „Strande“ und „Schilksee“. Als Ersatz steht in Kürze jetzt die Anschaffung neuer Fähren an, die aber vorrangig für den ÖPNV eingesetzt werden sollen.

 Die Beförderung von Passagieren auf dem Wasser im Rahmen des ÖPNV ist in allen deutschen Städten defizitär. In Hamburg befördert die Hadag rund neun Millionen Passagiere pro Jahr. Das Unternehmen benötigt von der Stadt Hamburg für den Betrieb der 24 Fähren jedoch einen Zuschuss von rund acht Millionen Euro pro Jahr.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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