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Berliner Viertel ohne Busanbindung

Spreealle in Russee Berliner Viertel ohne Busanbindung

Etliche Kilometer Umweg müssen die Bewohner des Berliner Viertels in Kiel in Kauf nehmen. Jedenfalls diejenigen, die mit den Bussen der KVG in die Stadt wollen. Grund ist eine Vollsperrung der Spreeallee zwischen Gatowweg und Grunewaldstraße.

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Arbeiter einer Lütjenburger Baufirma sind seit Montag in der Spreeallee in Russee damit beschäftigt, einen Anschluss für einen Hausneubau an den Schmutz- und Regenwasserkanal herzustellen.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Bis Freitag sollen dort für einen Hausneubau die Anschlüsse an den Schmutz- und Regenwasserkanal gelegt werden. Am Montagmorgen begannen Arbeiter einer Lütjenburger Baufirma damit, die Asphaltdecke aufzuschneiden. Ein mehr als drei Meter tiefes Loch klafft seitdem in der Fahrbahn.

 Orangerote Hinweiszettel hängen seit Tagen an den Bushaltestellen der KVG-Linie 62 zwischen Rutkamp und Russee/Kirche. Alle Fahrgäste der Haltestellen Redderkamp, Gatowweg, Dahmeweg, Köpenicker Straße und Hofkoppel müssen vom Berliner Viertel bis zur Rendsburger Landstraße laufen. Angesichts der Sperrung der Rendsburger Landstraße wird für viele Bewohner des Stadtteils die Fahrt in die Stadt zur umständlichen Odyssee. „Die Stimmung im Stadtteil gegenüber der Stadt ist gerade nicht sehr positiv. Diese Sperrung in der Spreeallee ist jetzt schon so etwas wie das i-Tüpfelchen“, sagt Wilfried Jöhnk (SPD), der Vorsitzende des Ortsbeirats Russee/Hammer/Demühlen. Er räumt allerdings auch ein, für die aktuelle Situation keine bessere Lösung zu haben.

 Der Schmutz- und Regenwasserkanal liegt etwas außerhalb der Fahrbahnmitte. Zusätzlich sorgt eine wenige Meter von der Baustelle entfernt errichtete Verkehrsinsel für Probleme bei der Einrichtung einer Behelfsspur. Darauf verweist auch die Stadt. „Im Bereich der Baustelle ist die Spreeallee durch eine so genannte Querungshilfe für Fußgänger verengt“, teilt ein Sprecher mit. Wichtiger sei aber, dass die Richtlinien zur Arbeitssicherheit festlegen, wie viel Platz für die Baustelle gegeben sein müsse, so der Sprecher weiter. Der Schutz der Arbeiter sowie von Fußgängern und Radfahrern müsse bei der Berechnung einer halbseitigen Freigabe berücksichtigt werden. Damit die Busse der KVG die Baustelle passieren können, müssten mindestens drei Meter der Fahrbahn bleiben. Das geht aber in der Spreeallee nicht. „Aus dem Zusammenspiel der beiden Faktoren ergibt sich, dass eine einspurige Sperrung nicht zulässig wäre und eine Vollsperrung unumgänglich ist“, so der Sprecher der Stadt.

 Die von Anwohnern geäußerten Wünsche nach einer schnelleren Arbeit sind auch nicht so einfach umsetzbar. „Es wird nicht rund um die Uhr gearbeitet und auch nicht am Wochenende, weil es sich nicht um einen Notfall handelt, für den solche Arbeitszeiten vorgesehen sind“, heißt es dazu auf Anfrage. Im Fall eines Wasserrohrbruchs oder eines Schadens an einem Stromkabel dürften die Arbeiten rund um die Uhr erfolgen.

 Zudem wäre eine Nacht- oder Wochenendarbeit in diesem Fall nicht ohne weiteres machbar, da die Mischwerke für Asphalt und Beton beispielsweise nachts nicht im Dienst sind. Außerdem können die Baustoffe nicht für die Nachtarbeit vor Ort gelagert werden. Das gilt auch für die Kippe, zu der der Aushub aus der Baustelle gebracht werden muss. Denn die beengten Verhältnisse vor Ort schließen eine Lagerung im Verlauf der Spreeallee komplett aus, da dadurch den Anwohnern die Zufahrt zu ihren Grundstücken versperrt werden müsste.

 Das wichtigste Argument gegen die Nachtarbeit sind jedoch die Baugeräte: „Arbeiten mit Asphaltschneider, Presslufthammer, Bagger und Verdichtungsgerät gehen mit einer deutlichen Geräuschbelastung einher, die den Anwohnerinnen und Anwohnern nachts und am Wochenende schwer zumutbar wäre“, sagt der Sprecher der Stadt.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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