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Verdacht gegen Chefplaner der Kieler Woche

Besitz von Kinderpornos? Verdacht gegen Chefplaner der Kieler Woche

Der Chefplaner der Kieler Woche sieht sich schweren Anschuldigungen ausgesetzt. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln gegen den leitenden Rathaus-Mitarbeiter wegen des Verdachts auf Besitz von kinderpornografischen Bildern und Schriften. Das bestätigte am Dienstag die Staatsanwaltschaft.

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Das fragliche Material wird derzeit von den Ermittlern ausgewertet.

Quelle: dpa

Kiel. Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) erfuhr erst durch die Anfrage unserer Zeitung von den Vorwürfen. Ins Visier der Ermittler war der 55-Jährige geraten, nachdem ein Kinderporno-Ring gesprengt worden war. Den Behörden war es gelungen, individuelle Internetdaten von Konsumenten kinderpornografischer Inhalte zu sichern. Nach Informationen unserer Zeitung wurden die IP-Adressen von Spezialisten des Bundeskriminalamtes entschlüsselt und an die zuständigen Staatsanwaltschaften übermittelt, darunter auch Kiel. „Aufgrund eines begründeten Anfangsverdachts hat das Kommissariat 11 der Kriminalpolizei Kiel in unserem Auftrag die Ermittlungen aufgenommen“, erklärte Oberstaatsanwalt Axel Bieler.

 Auf richterlichen Beschluss hin wurden die Privaträume des Beschuldigten durchsucht und Beweismaterial wie der Computer sichergestellt. Nach Informationen unserer Zeitung habe sich der Verdächtige gegenüber den Ermittlern von Anfang an „sehr kooperativ“ gezeigt, aus Polizeikreisen heißt es, die Razzia habe in zeitlicher Nähe zur Kieler Woche stattgefunden.

 Die Stadtverwaltung ließ sich am Dienstag von der Kieler Staatsanwaltschaft über den Stand des Verfahrens informieren. Dort habe man erfahren, dass „gegen einen Mitarbeiter der Stadt ermittelt wird wegen des Verdachts auf Besitz von Kinderpornografie im privaten Umfeld“, erklärte Stadtsprecher Arne Gloy. Die Stadt habe den Verdächtigen „bis auf Weiteres“ vom Dienst freigestellt und prüfe in diesem Zusammenhang auch die Einleitung disziplinarrechtlicher Maßnahmen.

 Zurzeit läuft die Auswertung des beschlagnahmten Computers. Mit der speziellen Analyse-Software „Uranus“ werden Bilddateien daraufhin untersucht, ob es sich um bereits polizeibekannte Kinderpornos handelt oder ob es bislang unbekannte Aufnahmen sind. Im Fall eines Gerichtsverfahrens und einer Verurteilung drohen zwischen drei Monaten und fünf Jahren Gefängnis.

 Der Kieler Rechtsanwalt Dirk Rebien, der den Verdächtigen vertritt, hält das für unwahrscheinlich: „Wir gehen davon aus, dass das Verfahren eingestellt wird“, erklärte er auf Anfrage. Nach seinen Worten richte sich der aktuelle Verdacht gegen eine heruntergeladene Datei. Er betonte, dass die Auswertung noch nicht abgeschlossen sei.

 Von Bastian Modrow und Martina Drexler

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Im Fall des Chefplaners der Kieler Woche hat die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen beendet und Anklage vor dem Kieler Amtsgericht erhoben. Dem 55-Jährigen wird „der Besitz kinder- und jugendpornografischer Bilder vorgeworfen“, wie Oberstaatsanwalt Axel Bieler bestätigte.

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