16 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Feuerwehr Kiel meldet Einsatzrekord

Bilanz 2015 Feuerwehr Kiel meldet Einsatzrekord

Die Kieler Feuerwehrleute haben ein „Rekordjahr“ überstanden. „752 Alarmierungen, so viele wie noch nie zuvor, haben die zehn Freiwilligen Feuerwehren im Jahr 2015 verzeichnet“, sagte Stadtwehrführer Bernhard Hassenstein bei der Jahreshauptversammlung des Verbandes am Freitagabend in Kiel.

Voriger Artikel
Geheimnisse der Barkeeper erkundet
Nächster Artikel
Möbel Kraft: Grundstücksverkauf war rechtens

Einer der letzten Einsätze des Jahres in Friedrichsort: Die Kieler Feuerwehr war im Jahr 2015 so oft im Einsatz wie noch nie zuvor.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Zum Vergleich: 2014 hatten die Einsatzkräfte in der Landeshauptstadt nur 353 Mal ausrücken müssen. Der Jahresdurchschnitt liegt seit rund 15 Jahren bei etwa 430 Einsätzen. Gründe für die drastische Zunahme der Einsätze waren eine Brandserie auf dem Ostufer im Frühjahr 2015 sowie erstmals 29 Großbrände im Laufe des Jahres. Außerdem hat eine Änderung bei der Alarm- und Ausrückeordnung dafür gesorgt, dass bei einem Brandalarm neben dem Löschzug der Berufsfeuerwehr auch immer die für den Stadtteil zuständige freiwillige Feuerwehr mit ausrückt.

Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer dankte den Einsatzkräften für die Leistung und die hohe Einsatzbereitschaft. Neben dem Einsatz der Wehren bei den Bränden hob er auch die Leistung der vielen ehrenamtlichen Kräfte aus den Reihen der Feuerwehr bei der Bewältigung des Zustroms von Flüchtlingen im Herbst hervor. Damals waren  innerhalb weniger Stunden Notaufnahmeeinrichtungen für Tausende Menschen geschaffen worden. Dabei hatten die Feuerwehren einen großen Anteil an der Bewältigung der Herausforderungen. Die Einsatzkräfte bauten Betten, Toiletten und richteten Räume ein. „Menschen aus vielen staatlichen und nichtstaatlichen Einrichtungen der Landeshauptstadt haben sich in herausragender Weise engagiert und damit zu diesem Erfolg beigetragen“, lobte Stadtwehrführer Hassenstein.

Küchenbrände und Kieler Norden als Herausforderungen

Die größte Herausforderung der rund 500 Einsatzkräfte der zehn Wehren zwischen Schilksee und Rönne waren die Brände. Allein 412 der 752 Alarmierungen gingen 2015 auf Brandeinsätze zurück. Die Liste fing in der Neujahrsnacht 2016 mit sieben Einsätzen an und endete am Silvestertag mit einem Feuer in Friedrichsort. Der Kieler Norden wird in Zukunft auch besonders im Fokus bei der Ausarbeitung des Brandschutzbedarfsplans stehen. Darauf verwies Thomas Hinz, Amtsleiter der Berufsfeuerwehr. Details sollen in Gesprächen unter Einbeziehung aller Beteiligten in den kommenden Monaten erarbeitet werden. Wie berichtet, werden der Aufbau einer dritten Wache der Berufsfeuerwehr nördlich des Kanals und die Anschaffung eines Löschbootes von Gutachtern empfohlen.

Einen Appell hatte der Stadtwehrführer dann am Abend auch noch an die privaten Haushalte beim Umgang in der Küche. Er bat um mehr Sorgfalt bei der Benutzung von Kochgeräten. „Ich hätte beim Blick auf die Einsatzzahlen nie für möglich gehalten, wie viele Kieler ihr Essen anbrennen lassen“, so Hassenstein. Ein großer Teil der 89 gemeldeten Entstehungsbrände ging 2015 darauf zurück. Oft wurden die Einsatzkräfte von Nachbarn alarmiert, die das Geräusch der Rauchmelder hörten und die Feuerwehr riefen. In den Wohnungen wurde dann schnell in der Küche das Feuer auf dem Herd gelöscht.  

Bei der Versammlung wurde Per Dudek von der Freiwilligen Feuerwehr Rönne für sein Engagement zum Ehrenmitglied des Stadtfeuerwehrverbandes ernannt. Mit dem schleswig-holsteinischen Ehrenkreuz in Bronze für besondere Verdienste um das Feuerwehrwesen wurden bei der Versammlung die Ratsfrau und stellvertretende Kieler Stadtpräsidentin Dagmar Hirdes (Bündnis 90/Grüne) und Gruppenführer Hans Joachim Niemann von der Feuerwehr Wellsee ausgezeichnet.

Das war die Brandserie am Ostufer Kiels:

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3