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Hochgesteckte Ziele noch nicht erreicht

Bildungsreport Kiel Hochgesteckte Ziele noch nicht erreicht

Die Stadt will ihre Zusammenarbeit mit Schulen, Arbeitsagentur und Wirtschaft ausbauen, um die Zahl unversorgter Schulabgänger zu reduzieren. Laut erstem Bildungsreport hatten am 30. September 2015 elf Prozent der Schüler nach ihrem Abschluss an allgemeinbildenden Schulen noch keine Anschlussperspektive.

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Immer mehr Betriebe suchen zwar händeringend nach Azubis. Doch in Kiel entscheiden sich nach wie vor die meisten Jugendlichen für einen weiteren Schulbesuch, weil sie sich von höheren Abschlüssen auch bessere Jobs versprechen.

Quelle: Andreas Gebert

Kiel. Damit sei das gesteckte Ziel von zehn Prozent „trotz hohen Engagements“ aller Akteure bei der Übergangsberatung der Schulen nicht erreicht worden, räumte Bildungsdezernentin Renate Treutel bei der Vorstellung des Reports ein.

Dieses Ergebnis verdeutliche die Notwendigkeit, die Maßnahmen und deren Umsetzung mit den Partnern des 2013 geschlossenen Arbeitsbündnisses (Jobcenter, Arbeitsagentur, Schulen, Unternehmen) nochmals zu reflektieren und gegebenenfalls anzupassen. Auch ein zweites Ziel konnte 2015 nicht erreicht werden: Statt der angestrebten 30 Prozent entschieden sich 2015 nur 17,2 Prozent für eine duale Ausbildung im Handwerk oder Handel.

Nach Einschätzung des Vize-Chefs der Kieler Arbeitsagentur, Volker Lenke, ist die Ursache dafür eindeutig: „Der Trend geht nach wie vor hin zu höheren Schulanschlüssen.“ Einerseits erhofften sich die Schüler dadurch bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Andererseits bilde Schule eine Art Schonraum, um sich dem Wettbewerb um attraktive Ausbildungsstellen nicht schon frühzeitig stellen zu müssen.

Ebenfalls noch nicht am Ziel sehen sich die Bündnispartner bei ihrem Plan, den Anteil von Schülern ohne Ersten Allgemeinbildenden Schulabschluss (früher Hauptschulabschluss) oder mit einem laut Kultusministerkonferenz nicht als Schulabschluss anerkannten Sonderpädagogischen Abschluss (früher Sonderschulabschluss) unter sechs Prozent zu drücken. Laut Bildungsreport lag die Quote 2015 insgesamt bei neun Prozent. Auch hier will Bildungsdezernentin Renate Treutel noch weitere Kräfte bündeln, um die Sechs-Prozent-Zielquote zu erreichen.

Plan: Erste Kieler Jugendberufsagentur

Zu solchen Kraftanstrengungen zählt zum Beispiel der Aufbau einer Kieler Jugendberufsagentur. Der erste Schritt dorthin wurde im Oktober mit der Bildung eines dreiköpfigen Koordinationsteams mit Vertretern der Stadt, des Jobcenters und der Arbeitsagentur bereits vollzogen. Ziel der Arbeit des Gremiums: Abstimmung und Bündelung von Beratungen und Fördermaßnahmen der Schüler.

Enormer Anstieg der DAZ-Klassen

Ebenfalls wesentlich stärker als bislang in den Blick nehmen will die Stadt auch junge Flüchtlinge auf ihrem Weg in die schulische wie berufliche Integration. Was dabei auf Schulen, Betriebe oder Hochschulen genau zukommt, kann die Bildungsdezernentin noch nicht genau abschätzen – die Probleme allerdings schon. So verzehnfachte sich seit 2014 die Zahl unbegleiteter Flüchtlinge bis November 2015 auf 534 unter 18-jähriger Jugendlicher. Folge: Im Laufe des Schuljahrs 2014/2015 verdoppelte sich fast die Zahl der DAZ-Klassen (Deutsch als Zweitsprache) von 18 auf 35.

Noch seien die höchst unterschiedlichen Voraussetzungen für diese Wege bei den jungen Flüchtlingen längst nicht absehbar. Manche der Jugendlichen brächten bereits erste Studienerfahrungen aus ihren Heimatländern mit, andere müssten hingegen erst noch alphabetisiert werden.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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