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„Es ist ein schöner Sport“

Blade Night Kiel „Es ist ein schöner Sport“

Wenn das Rauschen über den Asphalt schon von Weitem zu hören ist, dann weiß man: Es ist wieder Blade Night in Kiel. Für die zweite dieser Art in diesem Jahr versammelten sich am Mittwochabend etwas mehr als 200 Aktive an der Reventloubrücke.

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Die Feldstraße in der Wik ist überquert, nun müssen die etwa 200 Aktiven der Blade Night die erste Steigung der 20 Kilometer langen Strecke am Elendsredder hinter sich bringen.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Kiel. Die meisten waren auf Inline-Skates unterwegs. Doch auch auf Longboards und Airwheels ging es auf die 20 Kilometer lange Strecke, die nach zwei Stunden an der Fischbar auf der Kiellinie endete.

„Es macht einfach viel mehr Spaß, mit so vielen Leuten unterwegs zu sein, als wenn man alleine seine Runden dreht“, erklärt Katharina Ahrens (32), die zum dritten Mal dabei ist und mit ihrer Schwester Viktoria (24) häufiger auf Skates unterwegs ist. Viktoria erlebt heute ihre Premiere auf der Blade Night: „Ich freue mich schon auf morgen“, sagt sie vor dem Start in Anlehnung an die bevorstehende sportliche Herausforderung. Denn neben der nicht zu unterschätzenden Länge der Strecke birgt auch das Profil die eine oder andere kleine Gemeinheit. Nach einer Viertelstunde lockerem Rollspaß folgt die erste. Das Feld überquert die Feldstraße in der Wik und schiebt sich den kurzen Anstieg am Elendsredder hinauf. Immer mit dabei: die Polizei. Ob im Auto, auf dem Motorrad oder dem Fahrrad – die Beamten geben das Tempo vor, halten das Feld zusammen und sperren Straßen kurzfristig ab. Kevin Yalim (24), Mitglied des Blade Night-Organisationsteams, freut das. Denn vor knapp fünf Jahren stand die Veranstaltung vor dem Aus. „Damals versammelten sich nur noch um die 100 Teilnehmer zum gemeinsamen Fahren. Die Polizei sagte, wenn es noch weniger werden würden, könnte das Event nicht mehr stattfinden“, erklärt Yalim, der vor acht Jahren zum ersten Mal mitfuhr und seit fünf Jahren zum dreiköpfigen Organisationsteam zählt. Seitdem bewerben die neuen Veranstalter die einzelnen Termine wieder stärker. Bis Ende August geht es jeden zweiten Mittwochabend auf die 20-Kilometer-Strecke. Je nach Witterung kann diese auch verkürzt werden, erläutert Yalim. Seit zwei Jahren kann man die Tour auf der Internetseite der Blade Night oder bei Facebook live mitverfolgen. Per GPS lässt sich der aktuelle Streckenstandort des Feldes ermitteln, um sich diesem im Verlauf der Fahrt anzuschließen.

Als Peter Matthiesen (68) auf seiner ersten Blade Night mitrollte, gab es diesen Service noch nicht. Der Arzt aus Schönkirchen ist seit 25 Jahren auf Rollen unterwegs und kam 2006 über seinen Sohn zur Blade Night. Mit seinen Speedskates könnte er so manchem im Feld weglaufen. Wenn es die Zeit zulässt, trainiert er auch mal beim Speedteam des TuS Holtenau mit. „Es ist einfach ein schöner Sport. Wenn die Leute manchmal gestresst von der Arbeit hierher kommen, sieht man, wenn sie mal zwei Kilometer gefahren sind, wie sich die Gesichtszüge entspannen“, erzählt Matthiesen.

Etwas verkniffener sehen die Gesichter der Aktiven nach einer Stunde aus. Der Anstieg der Olshausenstraße entlang des Uni-Campus muss bewältigt werden. „Das ist nicht so nett, weil es sich so zieht“, sagt Katharina Ahrens. „Dafür holen es die Getränke an der Uni raus“, ergänzt Schwester Viktoria. Gemeint ist die zehnminütige Trinkpause am Audimax. Danach geht es gestärkt weiter auf den zweiten Teil der Strecke. Über die Holtenauer Straße, Knooper Weg und Ziegelteich geht es wieder hinunter an die Förde und zurück zum Startpunkt an der Kiellinie.

Organisator Yalim ist zufrieden mit der zweiten Blade Night des Jahres: „Ich hätte noch ein paar mehr Leute erwartet. Aber vielleicht hatten einige Angst, dass es noch regnet“, sagt er und macht gleich Werbung für den nächsten Start in zwei Wochen: „Die Stimmung ist immer gut und fröhlich. Es ist ein kostenloses Event, und wer mitmachen möchte, braucht nur zum Startpunkt zu kommen.“

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Ein Artikel von
Florian Sötje
Volontär

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