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Raser sollten zweimal bezahlen

Blitzerpanne in Kiel Raser sollten zweimal bezahlen

Beim Einsatz mobiler Blitzgeräte ist es in Kiel offenbar zu einer massiven Panne gekommen. Wie die Stadtverwaltung auf Nachfrage einräumte, wurden in mehr als 40 Fällen Autofahrer nach einer Geschwindigkeitsüberschreitung gleich zweimal vom Computersystem erfasst und sollten doppelt zahlen.

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Einmal geblitzt, zweimal zahlen? Die Stadt will die Panne rasch aufklären.

Quelle: Malte Kühl

Kiel. Bevor der Fehler im Ordnungsamt bemerkt wurde, war die Hälfte der Betroffenen bereits angeschrieben worden. Das Kuriose: Laut den Bußgeldbescheiden sollen sie exakt zeitgleich in Ellerbek sowie im fünf Kilometer entfernten Wellsee zu schnell gefahren sein. Die amtlichen Schreiben zeigten jeweils identische Fotos, identische Daten sowie die gleiche Uhrzeit, führten jedoch verschiedene Ordnungsamtsmitarbeiter als Zeugen auf.

 Der Grund für die Panne: Ein Teil der Datensätze aus zwei aufeinanderfolgenden Blitzaktionen im Klausdorfer Weg sowie im Kölenberg am 17. März ist beim Übertragen von den Messgeräten in den Computer des Ordnungsamtes durcheinander geraten. Die Auswertung des Computers ergab, dass die betroffenen Fahrzeuge exakt um 11.07 Uhr an beiden Orten gleichzeitig gewesen sein sollen. Richtig sei jedoch, dass die Autos nur im Klausdorfer Weg zu schnell waren. Der Fehler müsse passiert sein, bevor das Kraftfahrtbundesamt die Stadt automatisch über die Halter zu den Kennzeichen informiert habe. Da es sich in beiden Fällen um Nebenstraßen handelt, waren offensichtlich fast ausschließlich Autofahrer aus Kiel und angrenzenden Gemeinden betroffen.

 Die Stadt bedauert den Vorfall und versucht, den Fehler im System zu finden. „Wir wissen leider auch nicht genau, wie das passieren konnte“, sagt Stadtsprecher Arne Gloy. „Auf keinen Fall wollten wir Bußgelder doppelt kassieren oder Ähnliches“, versichert er. Es sei ja auch offensichtlich, dass die Bescheide nicht stimmen können. Ein betroffener Autofahrer hat nach Angaben der Stadt dennoch seinen Rechtsanwalt eingeschaltet und will auch den vermeintlich richtigen Bescheid aus dem Klausdorfer Weg juristisch anfechten. Alle anderen Betroffenen habe man sofort angeschrieben und über den Fehler informiert. Diese hätten dann den richtigen Bescheid akzeptiert. „Es hat keine weiteren Beschwerden gegeben“, so Gloy.

 Kiel steht mit diesem Problem mobiler Blitzanlagen nicht allein da. Auch im nordrhein-westfälischen Dorsten hat es vor wenigen Wochen einen ähnlichen Vorfall gegeben. Dort fiel den Behörden die Panne aber erst auf, nachdem sich mehrere Autofahrer gemeldet hatten.

 Während die Kieler Blitzanlagen zumindest im richtigen Moment auslösen, verzögert sich der geplante Bau einer fest installierten Blitzanlage auf der Rader Hochbrücke weiter. Land und Kreis verhandeln noch über die Kosten.

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Ein Artikel von
Paul Wagner
Redaktion Lokales Kiel/SH

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