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Bürger werden offiziell beteiligt

Blücherplatz Kiel Bürger werden offiziell beteiligt

Über das Wohnungsbauvorhaben im Innenhofbereich zwischen Nettelbeck- und Hardenbergstraße ist schon mehrfach öffentlich und sehr leidenschaftlich diskutiert worden.

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Drei Wohngebäude mit insgesamt 54 Wohnungen sollen im Blockinnenbereich zwischen Nettelbeck- und Hardenbergstraße entstehen.

Quelle: Christoph Jürgensen

Blücherplatz. Nun beginnt die offizielle Bürgerbeteiligung zum Bebauungsplanvorentwurf Nr. 1003V. Der Ortsbeirat hat dem weiteren Verfahren schon grünes Licht erteilt. Die Bürgerinitiative „Blücherdialog – Rettet die Innenhöfe!“ dagegen bekräftigt ihre Kritik an dem Bauprojekt.

 Grundlage für den Vorentwurf sind die Ergebnisse einer Bürgerveranstaltung im September letzten Jahres, bei der mehrere Architektur-Büros ihre Ideen für den Blockinnenbereich nahe des Blücherplatzes zur Diskussion gestellt hatten. Eine Block-im-Block-Lösung ist dabei als favorisiertes Konzept für das Bauvorhaben der Grundstückseigentümer Florian Fräter (Nettelbeckstraße 3-9) und SOS Kinderdorf (Hardenbergstraße 10-12) hervorgegangen. Der Bebauungsplan (B-Plan) soll nun Rahmenbedingungen und Grenzen für das Projekt festlegen. Basis ist ein Rahmenplan, den der Bauausschuss im Dezember 2014 beschlossen hat.

 Im Vorentwurf sind sowohl die Baugrenzen als auch die Höhen der drei geplanten Gebäude mit insgesamt 54 Wohnungen festgeschrieben. Sie sollen weitgehend dreigeschossig und 9,50 Meter hoch sein und an zwei Stellen von einem Staffelgeschoss überragt werden (Gesamthöhe dann 12,50 Meter). Die Häuser – zwei von ihnen in L-Form – sind um einen kleinen Hofbereich angeordnet, der weitgehend begrünt und über einen öffentlichen Weg von beiden Seiten passierbar ist. Das gesamte Areal werde hinterher wesentlich grüner und weniger versiegelt sein als die jetzigen Garagenhöfe, erklärte Stadtplaner Kai Gieseler vom Büro IPP, das mit der Ausarbeitung des Bebauungsplans beauftragt ist. Einige Bestandsbäume sollen erhalten bleiben, mindestens zehn neue gepflanzt werden. Ebenso ist ein Kinderspielplatz vorgesehen. Der Geltungsbereich des B-Plans umfasst auch die angrenzenden Grundstücke der Bauherren in der Hardenberg- und der Nettelbeckstraße. Hier seien jedoch keine wesentlichen Veränderungen geplant, berichtete Architekt Jan O. Schulz vom Büro BSP Architekten. Sollten sie während der Bauzeit als Lagerfläche genutzt werden, so würden sie hinterher wieder hergestellt.

 Zur genauen Ausgestaltung der Neubauten konnte sich Schulz noch nicht festlegen: „Wir sind da mitten im Prozess.“ Angedacht ist eine helle Mischfassade mit Verblendsteinen und Putzflächen. Relativ sicher ist, dass es keine Balkone geben wird, die über die Baukörper hinausreichen. Stattdessen sollen die einzelnen Wohnungen Loggien bekommen. Unter dem Gebäudekomplex soll sich eine Tiefgarage mit 74 Stellplätzen erstrecken. Die Ein- und Ausfahrt soll von der Nettelbeckstraße erfolgen. Zur Hardenbergstraße hin ist ein Treppenzugang für externe Nutzer vorgesehen. Die Bewohner der Neubauten selbst haben über ihre Treppenhäuser direkten Zugang zur Tiefgarage.

 Große Bedenken wegen des Bauvorhabens äußerten mehrere Anwohner in der Junisitzung des Ortsbeirats. Die Bürgerinitiative „Blücherdialog – Rettet die Innenhöfe!“ stört sich vor allem an der Höhe der Gebäude. Für den betroffenen Innenhofbereich sei jegliches vierte Geschoss überdimensioniert, heißt es in einer Erklärung: „Wir lehnen es entschieden ab und warnen ausdrücklich vor der Realisierung.“ Die Höhe der Neubauten müsse aus sozialverträglichen und städtebaulichen deutlich unter der Traufhöhe der Häuser an der Nettelbeckstraße bleiben, so die Initiative.

 Der Ortsbeirat konnte die Einwände nicht teilen und gab dem Fortgang des Verfahrens einstimmig grünes Licht. „Wir können mit dem Ergebnis sehr gut leben“, so der Vorsitzende Dieter Hartwig (SPD), „Wir brauchen Wohnungen in Kiel und können diese nicht nur auf der grünen Wiese bauen.“ Nach der bislang weitgehend freiwilligen Einbeziehung der Öffentlichkeit durch die Bauherren und die Stadt beginnt nun der offizielle, gesetzlich vorgeschriebene Teil der Bürgerbeteiligung.

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