27 ° / 11 ° heiter

Navigation:
Blumenpflücker führen Schattendasein

Esmarchstraße in Kiel Blumenpflücker führen Schattendasein

Strahlend gelb leuchten die blühenden Narzissen auf dem Grünstreifen der Esmarchstraße. Und mittendrin steht – eigentlich passend zur Blütenpracht – eine Plastik des Bildhauers Alwin Blaue mit dem Namen Blumenpflücker.

Voriger Artikel
Hohe Strafe für Drängler
Nächster Artikel
Autobrand beschädigt Tiefgarage

Seit 1973 stehen die Blumenpflücker des Kümstlers Alwin Blaue auf dem Grünstreifen in der Esmarchstraße. Der Ortsbeirat fordert eine Grundreinigung der Plastik und regt an, eine eventuelle Verlegung auszuloten.

Quelle: Christoph Jürgensen

Kiel. Doch ob das Kunstwerk an dieser Stelle wirklich noch richtig steht oder eher deplatziert wirkt, darüber diskutierte jetzt der Ortsbeirat Ravensberg. Auf jeden Fall – so die einhellige Meinung – müssten die Blumenpflücker dringend wieder herausgeputzt werden.

 Seit 60 Jahren steht die Figurengruppe im Zeitgeschmack der fünfziger Jahre in der Esmarchstraße: fünf Kinder aus Keramik. Ein Mädchen setzt sich gerade einen Blumenkranz auf das Haar, ein Junge bückt sich, um weitere Blumen zu pflücken. 1955 schuf Alwin Blaue die Plastik im Auftrag der Wohnungsbaugesellschaft Nordmark, die in der Esmarchstraße Wohnungen für Flüchtlinge geschaffen hatte. Die Blumenpflücker haben seitdem eine bewegte Geschichte hinter sich: Zunächst standen sie auf einem Spielplatz zwischen den Häusern. 1973 dann „enthaupteten“ Vandalen die Figuren. Mit erheblichem Aufwand wurden sie wiederhergestellt und auf die Rasenfläche unweit des Wasserturms versetzt – entgegen eines Vorschlags der Witwe des Bildhauers, Illa Blaue: Sie hatte ursprünglich gefordert, die abgeschlagenen Köpfe auf Eisenstangen neben dem zerstörten Kunstwerk aufzustellen.

 Über 40 Jahren stehen die Blumenpflücker nun relativ unbehelligt auf dem Grünstreifen. In dieser Zeit haben ihnen Natur, Wind und Wetter mitgespielt. Auf weiten Teilen der Plastik haben sich Flechten festgesetzt. Im Ortsbeirat wurde die Anregung geäußert, die Blumenpflücker einmal einer gründlichen Reinigung zu unterziehen. Um öffentliche Mittel zu sparen und vielleicht die Identifikation mit der Figurengruppe zu erhöhen, könnten Bürger die Pflege übernehmen, lautete ein Vorschlag. „Mit einem Eimer Seifenwasser ist das aber nicht getan“, meinte hingegen Bettina Bogya (SPD). Sie regte eine Versetzung des Kunstwerks an eine prominentere Stelle an: „Hier steht es doch völlig lieblos mitten in der Pampa.“ Der Ortsbeirat bittet das Kulturamt, sich einmal eingehend mit den Blumenpflückern zu befassen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Kieler Förde

Schiffspositionen in
der Kieler Förde, dem
NOK und der Ostsee.

Anzeige