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Die Pötte werden immer dicker

Boom im Kreuzfahrtbereich Die Pötte werden immer dicker

Der Boom im Kreuzfahrtbereich wird in Kiel auch im nächsten Jahr weitergehen. Noch bevor die Saison 2016 begonnen hat, rüstet Europas größtes Kreuzfahrtunternehmen bereits für die nächste Saison. „Wir haben 2017 viel vor“, kündigte Michael Zengerle am Donnerstagabend bei einem Pressegespräch in München an.

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Die 333 Meter lange „MSC Fantasia“ im Hafen von Marseille: Im nächsten Jahr wird das 2008 in Frankreich gebaute Schiff Stammkunde des Kieler Hafens.

Quelle: Frank Behling

München/Kiel. Der Kieler Hafen wird bei den Planungen eine zentrale Rolle spielen. 21 der 53 Anläufe von Schiffen der Reederei in deutschen Häfen erfolgen in Kiel. Und was für den Seehafen besonders wichtig ist: Am 29. April 2017 kommt mit der „MSC Fantasia“ eines der größten Schiffe der Flotte von MSC.

Mit 333 Metern Länge, 37,9 Metern Breite und 1637 Kabinen für fast 4000 Passagiere ist es nach heutigem Stand das größte Kreuzfahrtschiff, das je während einer kompletten Saison in Kiel stationiert wird. 137936 BRZ misst das Schiff. Dieses Kürzel steht für Brutto-Raum-Zahl und gibt den umbauten Raum wieder. „Danach berechnen sich unsere Hafengebühren“, erklärte gerade Seehafenchef Dirk Claus bei der Präsentation der Jahresbilanz. Für die Reederei MSC geht es in Kiel um eine reibungslose, schnelle und möglichst komfortable Abfertigung der Passagiere. „Wir werden unsere Kapazitäten von deutschen Häfen aus 2017 deutlich erweitern“, so Zengerle. Neben den 21 Anläufen der „MSC Fantasia“ in Kiel wird das Schwesterschiff „MSC Preziosa“ 16 Anläufe in Hamburg haben. Die kleinere „MSC Magnifica“ soll 16 Reisen von Warnemünde aus anbieten. „Damit stärken wir unseren wichtigsten Markt außerhalb von Italien. Das ist Deutschland“, so Zengerle.

3,4 Millionen Urlauber bis 2021

Die Reederei MSC ist im Besitz des Reeders Gianluigi Aponte und hat ihre Zentralen in Neapel und Genf. 500 Containerschiffe, Fähren und Autotransporter sowie zwölf Kreuzfahrtschiffe gehören zu MSC. 2015 fuhren 1,7 Millionen Menschen mit den MSC-Traumschiffen. „2021 sollen es 3,4 Millionen Urlauber sein“, sagte Zengerle. Dafür wird die Flotte schneller als geplant erweitert. Bis 2021 kommen sieben Schiffe in Dienst. Vier davon gehören zur neuen „Meraviglia“-Klasse, deren Abmessungen für den Einsatz in der Ostsee und Norwegen optimiert werden. Drei weitere Neubauten des Typs „MSC Seaside“ werden ab 2017 in die Karibik verlegt. Auch bei MSC ist die Verlagerung von Schiffen aus dem Mittelmeer in andere Regionen erkennbar. Die „MSC Lirica“ wird 2017 nach China geschickt, die „MSC Sinfonia“ nimmt Kurs auf Südafrika. Im Winter 2017/2018 werden erstmals neun MSC-Schiffe in der Karibik und in Südamerika sein. Im einstigen Heimatrevier Mittelmeer sollen dann nur noch zwei Schiffe eingesetzt werden . „Die Sicherheit für unsere Passagiere ist uns ganz wichtig. Wir haben als eine der ersten Reedereien Istanbul aus dem Programm genommen“, sagte Zengerle.

Ursprünglich hatte die Reederei den Einsatz der „MSC Fantasia“ bereits für 2016 in Kiel geplant. Wegen der starken Nachfrage nach Reisen in der Karibik und in den USA hatte das Unternehmen im vergangenen Jahr den Plan aber revidiert und die „MSC Fantasia“ durch die „MSC Musica“ ersetzt. Sie hat in diesem Jahr 18 Besuche in Kiel. Das wird sich 2017 nicht wiederholen. „Zu 100 Prozent kommt dann die ,MSC Fantasia’ nach Kiel“, versprach Zengerle.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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